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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 02:20 Uhr

Dänisch-deutscher Verkehrsgipfel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

CDU-Vorschlag zum Bau einer neuen Kanalquerung stößt auf Gegenliebe

Die CDU will der Debatte um einen Ersatzbau für die marode Rader Hochbrücke neuen Schwung verleihen. Ihr Ratsfraktionschef Thomas Krabbes hat jetzt den Vorschlag unterbreitet, einen dänisch-deutschen Verkehrsgipfel zu initiieren. Dabei soll ein Konsens darüber gefunden werden, ob ein Tunnel oder einen Brückenneubau die bessere Lösung sei. Zudem hofft Krabbes, dass diese länderübergreifende Zusammenarbeit „der Bundesregierung die Bedeutung des Projekts verdeutlicht“. Bürgermeister Pierre Gilgenast und Landrat Rolf-Oliver Schwemer unterstützen die Idee.

Krabbes sieht Handlungsbedarf: „Sollten die Prognosen zutreffen und die Rader Hochbrücke nur noch zwölf Jahre der Belastung standhalten, muss umgehend mit der Planung eines Ersatzes begonnen werden.“ Zunächst aber müsse man sich im Klaren sein, was man wolle. Die dänische Seite bei diesen Überlegungen mit einzubeziehen, ist laut Krabbes geboten. Schließlich sei die Wirtschaft im Königreich auf die Nord-Süd-Magistrale genauso angewiesen wie die Firmen in Schleswig-Holstein.

Diese Ansicht teilen Landrat und Bürgermeister. Schwemer: „Die Rader Hochbrücke ist Teil der Trasse, die Skandinavien mit Mitteleuropa verbindet.“ Offenbar sei das nicht jedem klar. Dazu Gilgenast: „Die Bedeutung der Hochbrücke wird in Berlin unterschätzt.“ Er kritisiert, dass der Fokus des Bundes auf der Weiterentwicklung der Fehmarn-Belt-Querung liege. Es sei jedoch auch für den Norden Schleswig-Holsteins wichtig, die Infrastruktur an die Magistrale gut anzubinden. Dabei setzen sie auf die Hilfe des Kieler Wirtschaftsministeriums, das mehrfach seine Unterstützung für einen Ersatzbau für die Hochbrücke bekundet hat.

Zur Frage, ob jedoch ein dänisch-deutscher Verkehrsgipfel zur Forcierung des Projekts beitragen könnte, gibt sich das Ministerium zurückhaltend. Ein Sprecher verweist darauf, dass man mit der dänischen Seite bereits über die regelmäßig tagende deutsch-dänische Verkehrskommission im Austausch sei. Verkehrsminister Reinhard Meyer gehe es derzeit vor allem darum, dass jeder seinen Job gut macht – von Planern und Gutachtern bis zu den ausführenden Baufirmen. Wichtig sei, dass die statischen Untersuchungen der Brücke rasch abgeschlossen werden, „damit wir vom Bund so schnell wie möglich das Startsignal für die Planung eines Ersatzbauwerks bekommen.“


>Beiträge über die aktuellen Verkehrsprobleme der Region finden Sie auf Seite 10.

 

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