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Lösungssuche in Gnutz : Dämonische Grüße vom bösen Geist?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Etliche Lösungsvorschläge zu den mysteriösen Symbolen auf den historischen Holzbalken erreichten die Landeszeitung und den Museumsbesitzer Karl von Puttkamer. Sogar ein Telefonat nach Athen wurde geführt. Doch die Lösung war bislang nicht dabei.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 11:44 Uhr

Gnutz | Gaunerzinken und Runen gegen böse Geister oder Symbole zur Fertigstellung eines Hauses – das sind nur zwei Theorien, über die mysteriösen Zeichen auf den gesammelten Holzbalken von Karl von Puttkamer. Der Museumsbesitzer rief vergangene Woche zur Hilfe bei der Suche nach der Bedeutung auf. Seit zwölf Jahren sammelt der Gnutzer die über 150 Jahre alten Holzbalken, aber was die Symbole bedeuten, dass weiß der Sammler bislang nicht.

Nach dem Bericht in der Landeszeitung erreichten von Puttkamer zahlreiche Anrufe. Auch auf der Homepage des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages kommentierten etliche Leser den Artikel. So schreibt Nicolas Buchmann, dass die Zeichen von Fischern stammen. Fast identische Symbole seien in alten Fischerhäusern auf Hiddensee (Insel westlich von Rügen in der Ostsee) zu finden. Die Einschläge auf dem fraglichen Balken seien Übungsstücke der Lehrlinge gewesen, ist sich dagegen Manfred Wilms sicher. Da Holz aber teuer war, wurden diese Balken später mit eingebaut; an normalerweise Nichtsichtflächen. Erkennbar wurden diese Etüden erst bei Ab- Umbau oder Abriss. Um eine Art Abrechnungskalender der Zimmermänner oder Name und Baujahr des Hauses könne es sich auch handeln, sind sich viele der Leser einig.

Vorgeschlagen wurde, Kontakt zu skandinavistischen Volkskundlern aufzunehmen, den Ratschlag hält Karl von Puttkamer als „eine sehr gute Idee.“ Denn die bislang eingegangen Lösungsvorschläge seien alle nicht richtig. „Viele Ansätze sind nicht schlecht, können aber gleich wieder verworfen werden. Mit jeder möglichen Antwort, werfen sich wiederum etliche Fragen auf.“

Acht Anrufe erhielt der Gnutzer nach dem erschienenen Zeitungsartikel. Der mit Abstand kuriosiste kam aus der griechischen Hauptstadt. Ein Frau aus Athen habe selbst vor einem Jahr die Symbole in ihrem ehemaligen Haus in Eckernförde entdeckt. Aber nicht nur in Balken, sondern auch im Fußboden und sogar in ihrem Auto. Ihre felsenfeste Überzeugung: Ein Geist habe sein Unwesen getrieben. Das Wesen habe die magischen Symbole aber nicht als frohe Botschaft verschlüsselt, sondern wolle damit dämonisch Böses hervorrufen. Nach einem halbstündigen Auslandstelefonat sah sich Karl von Puttkamer gezwungen einfach aufzulegen. „Die Frau hat mich nicht zu Wort kommen lassen“, lacht der Gnutzer.

Einen ernst gemeinten Vorschlag lieferte ein Mann, der eine englische Museumswerft besuchte, in der das Schiff „HMS Victory“ von Admiral Nelson (1758-1805) restauriert wurde. Die „HMS Victory“ von 1765 ist das älteste im britischen Marinedienst befindliche Schiff. Bekanntheit erlangte die Victory als Flaggschiff von Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar (1805). In dem Schiff seien fast identische Inschriften zu finden. Die Frage bleibe jedoch, wie die Zeichen der Schiffszimmerleute auf Gnutz und Umgebung zu übertragen seien, betont von Puttkamer. Allerdings wolle er sich in der nächsten Zeit mit diesem Lösungsansatz näher beschäftigen. Ebenso mit der Theorie, dass die Symbole von Flößergenossenschaften kommen. Wenn die Balken damals aus ihrem Forst von a nach b geflößt wurden und verschiedene Areale befuhren, so könnten sie möglicherweise mit den Zeichen versehen worden sein.

Wer eine Idee hat, kann sich weiterhin bei Karl von Puttkamer unter der Telefonnummer 0 43 92 / 92 29 97 melden.

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