Tischtennis-Verbandsoberliga : „Da müssen wir jetzt durch“

Ein absolutes Vorbild: Carsten Walter will immer gewinnen und zeigt in jedem seiner Spiele den nötigen Biss.
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Ein absolutes Vorbild: Carsten Walter will immer gewinnen und zeigt in jedem seiner Spiele den nötigen Biss.

Den bisher sieglosen Tischtennisspielern des SV Fockbek steht eine harte Rückrunde bevor.

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15. Januar 2015, 06:18 Uhr

Veli Erdogan versucht gar nicht erst, um den heißen Brei herumzureden. Angesichts der Halbzeitbilanz seines SV Fockbek wäre jegliche Schönfärberei auch vergeudete Zeit. „Wir haben uns mit dem Abstieg abgefunden“, erklärt der Trainer unumwunden. Nach der Hinrunde der Verbandsoberliga Nord zieren die Tischtennisspieler ohne Sieg das Tabellenende. Aber anstatt in Selbstmitleid zu zerfließen, basteln sie in Fockbek bereits an der Zukunft. Und die Perspektiven für eine Rückkehr in Norddeutschlands Spitze sind alles andere als schlecht.

Schon vor Beginn der Saison war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die beeindruckende Erfolgsgeschichte der Herrenmannschaft des SV Fockbek einen herben Dämpfer erfahren würde. Nach drei Aufstiegen in Folge war sie 2013 in der Verbandsoberliga Nord angekommen und duelliert sich seither mit den besten Teams aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In der Vorsaison konnte das Team um den einstigen Zweitliga-Spieler Carsten Walter den Klassenerhalt schließlich souverän einfahren. Für den nächsten Schritt hatte Veli Erdogan die notwendigen Maßnahmen eingeleitet und mit den beiden jungen Dänen Thomas Sørensen und Nicolai Wind sowie dem 15-jährigen Nachwuchstalent Nick Rother dem Kader die nötige Blutauffrischung verpasst. Und dennoch muss Erdogan nach zehn Partien konstatieren: „Die Saison war vom ersten Ball an gelaufen.“ Die Gründe für diese bittere Erkenntnis noch vor dem Start liegen aus Erdogans Sicht auf der Hand: „Fast alle Mannschaften haben sich auf den beiden ersten Positionen extrem verstärkt.“ Im Gegenzug fielen bei den Fockbekern kurzfristig die an Nummer zwei und drei gesetzten Spieler aus. Wind sagte aus persönlichen Gründen ab und entsagte dem Tischtennissport inzwischen gänzlich. Martin Raatz hat bis heute seine Knieverletzung nicht überwunden und trat stets nur zum Handschlag an, damit keiner seiner Teamkollegen aufrücken musste. Dieser personelle Aderlass war und ist nicht zu verkraften. „Wenn die Nummern zwei und drei ausfallen, hat man in dieser starken Liga einfach keine Chance“, sagt der Coach.

Einen Vorwurf lässt sich aufgrund dieser Misere an die verbliebenen Akteure nicht formulieren. Schon gar nicht, wenn man sieht, wie sie trotzdem in jedem Match alles versuchen. „Das sind charakterlich Klassetypen. Niemand lässt sich hängen. Das muss man den Jungs hoch anrechnen“, so Erdogan. Allen voran die so erfolgsverwöhnten Carsten Walter, Florian Peters und Maik Horn seien ein Vorbild an sportlichem Verhalten. Und das sei wichtig für die jungen Talente im Kader. Am 6. Februar beginnt die Rückrunde, die wenige Erfolgserlebnisse verspricht. „Da müssen wir jetzt durch“, übt sich Erdogan in Durchhalteparolen. Diese aber scheinen nicht notwendig, denn in den ersten vorsichtigen Planungen für die Zukunft wurde deutlich, dass niemand das „sinkende Schiff“ verlassen will. Die erfahrenen Spieler haben signalisiert, auch in der Verbandsliga zur Verfügung zu stehen. „Wenn wir den einen oder anderen jungen Spieler dazuholen könnten, wäre das eine gute Mischung und wir könnten auch gleich wieder aufsteigen“, so Erdogan, der zudem einige hoffnungsvolle Talente in der eigenen Jugendabteilung heranwachsen sieht.

In zwei, drei Jahren sei dann sogar die Oberliga möglich und die Saison 2014/15 wäre bliebe der einzige Makel in der Erfolgsgeschichte des SV Fockbek.

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