Coole Helden und ein „Aha-Effekt“

Der junge David (Adrian Gohlke, rechts) wird von seinem Vater (Sarah Bischof) zu den kämpfenden Brüdern geschickt.
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Der junge David (Adrian Gohlke, rechts) wird von seinem Vater (Sarah Bischof) zu den kämpfenden Brüdern geschickt.

Bravorufe und Ovationen für Musical des Kinderchors

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05. November 2018, 15:43 Uhr

Jeder kann ein Held sein – so lautete die zentrale Botschaft des Musicals, das der Kinderchor II der Evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Heike Branscheidt in der gut besuchten Kropper Dorfkirche aufgeführt hat. Die fantasievoll verkleideten Mädchen und Jungen sangen elf Lieder des Kindermusicals „David, ein echt cooler Held“, das aus der Feder von Ruthild Wilson stammt.

In dem Stück ging es um den jungen Schafhirten, der den Riesen Goliath mit seiner Steinschleuder zu Fall brachte und so das Volk Israel rettete. Adrian Gohlke übernahm die Rolle des Titelhelden, und bewies viel Mut: Gleich mehrfach wurde er als Solist aktiv und beim fünften Stück „Sing ein Lied“ rappte er sogar. Begleitet wurde er dabei vom Chor sowie von Schlagzeuger Johannes Röschmann und Marius Branscheidt am Keyboard. Mit einer guten Mischung aus flotten Stücken wie „Ein echt cooler Held“ und langsameren Liedern wurde Davids Entwicklung vom einfachen Hirten zum Harfenisten des israelitischen Königs Saul – wunderbar cholerisch gespielt von Merle Nitz – dargestellt. Die Erzählerinnen Leoni Waldinger und Pia Ohm erklärten die einzelnen Szenen und halfen dem Publikum dabei, der Geschichte gut folgen zu können.

Bei aller Dramatik, schließlich griffen die Philister mit dem von Anne Delfs im goldenen Panzer verkörperten Riesen Goliath das Volk Israel an, kam das Lachen nicht zu kurz. Etwa als König Saul seinen Männern sogar seine Tochter anpries, um sie zum Kämpfen zu bewegen. „Ich will zu meiner Mami“, war alles, was er von den verängstigten Soldaten als Reaktion bekam.

Von Davids starrsinniger Kampfansage, Goliath mit Gottes Hilfe zu besiegen, zeigte sich der König dagegen sichtlich genervt: „Nein, ich brauche dich an der Harfe!“ Doch der junge Hüpfer setzte sich durch und schaffte es zum Vergnügen der Zuschauer, Goliath mit einem gezielten Steinwurf an die Schläfe zu Boden zu bringen. Nun war der mutige David ein Held – und heimste sich dadurch Sauls Wut ein. Doch nach einer lehrreichen Lektion sah der Choleriker seinen Fehler ein, das versöhnliche Ende des Musicals war perfekt.

„Wir können alle Helden sein, wenn wir die Liebe aus unserem Herzen lassen“, fasste Jutta Selbmann ihren Lieblingssatz aus dem Stück zusammen, nachdem Applaus und Bravorufe verklungen waren. Ein Held zu sein hat daher nichts mit Größe oder Stärke zu tun. Diese Botschaft dürfte der „Aha-Effekt“ gewesen sein, den die Pastorin vor Beginn des Musicals angekündigt hatte und von dem Kinder wie Erwachsene gleichermaßen lernen konnten.

Jutta Selbmann bedankte sich bei der Chorleiterin, den Musikern sowie Simon Branscheidt für seine Arbeit am Mischpult. Auch „Kulissenschieberin“ Britta Völz, die den Altarraum mithilfe bemalter Vorhänge in Weideland oder Königspalast verwandelt hatte, sowie „Requisitenmanagerin“ Maria Gohlke erhielten als Dankeschön ein Blümchen.

Das Publikum wiederum dankte den jungen Musicaldarstellern mit stehenden Ovationen und einer Kollekte zur Förderung der Kirchenmusik.

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