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100 Jahre Kino in Rendsburg : „Cleopatra“ eröffnete die Lichtspiele

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach 100 Jahren hat das Kino-Center eine bewegte Geschichte hinter sich. Die offizielle Feier findet am 28. September statt.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 14:40 Uhr

Fast 50 Jahre, bevor Elizabeth Taylor mit ihrer Paraderolle in die Annalen der Filmgeschichte einging, befasste sich bereits der italienische Stummfilmklassiker „Die Königin des Nils“ mit dem Leben Cleopatras. Für die Rendsburger Kinogeschichte hat dieser teils vergessene Monumentalstreifen jedoch eine ganz besondere Bedeutung, war er doch der Eröffnungsfilm der Elektra-Lichtspiele, des heutigen Kino-Centers, am 28. Mai 1914. Nun sind 100 Jahre vergangen, nach denen das Traditionskino, übrigens das älteste noch bestehende Lichtspielhaus in Schleswig-Holstein, auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken kann. Aufgrund der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft wird die offizielle Feier erst am 28. September stattfinden und eine umfangreiche Veranstaltungsreihe mit Filmen und Kleinkunst nach sich ziehen.

Die letzte große Veränderung im Kino-Center ist kaum ein halbes Jahr her. Nachdem sich die Inhaber Jutta und Hans-Boy Biermann zum Jahreswechsel aus Altersgründen zurückzogen, wurde der Betrieb im Januar durch Nicole Claussen übernommen (wir berichteten).

Mit dem Ausscheiden Jutta Biermanns endete eine lange Geschichte Rendsburger Kinobesitzer, war es doch ihr Großvater Theodor Kammin, der 1920 die Elektra-Lichtspiele übernahm. Gegründet wordeb war das Kino drei Jahre zuvor durch den Kieler Geschäftsmann Fritz Burau im ehemaligen Ausbildungsgebäude der Fachschule für Elektriker in der Wallstraße. Diese Schule musste 1905 nach nur drei Jahren schließen, doch der Name „Elektra“ blieb an dem Haus haften, das nach der Schließung der Lehranstalt noch einige Zeit eine Möbelfabrik beheimatete.

Wie bereits ihre Vorfahren versuchte Jutta Biermann, das Kino stets auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, unter anderem durch Dolby-Surround-Tonanlagen sowie digitale 3D-Projektoren. Neben der zeitgemäßen Ausstattung war es ihr dennoch wichtig, dass das Kino-Center durch gemütliches Ambiente sowie umfangreichen Service besticht. So ist es zum Beispiel immer noch möglich, Getränke und Snacks per Knopfdruck direkt am Kinosessel zu ordern.

Den Charme eines „Retro-Kinos“ möchte auch Nicole Claussen weiterleben lassen. Sie hat unter anderem den gesamten Foyer-Bereich durch die Künstlerin Gesche Nordmann mit abwechslungsreichen Malereien gestalten lassen. Auch einige neue Veranstaltungen rief Claussen ins Leben. „Zunehmender Beliebtheit“ erfreue sich auch das Kinofrühstück in Zusammenarbeit mit dem Restaurant „Casa Biutelli“, das einmal im Monat stattfinde, erzählt sie.

Zudem blickt Nicole Claussen mit besonderer Vorfreude auf das anstehende Jubiläumsjahr. Zur offiziellen Veranstaltung im September wolle man die großen internationalen Filmverleihe sowie Kinokollegen aus anderen Städten Schleswig-Holsteins einladen, informiert Nicole Claussen, die ab der Jubiläumsfeier eine rund acht Monate lange Veranstaltungsreihe plant. „Es gibt ein Wiedersehen mit großen Stars, aber auch andere Künstler und Filmemacher werden bei uns zu Gast sein“, betont die Kinobetreiberin. In diesem Zusammenhang erinnert sie an das Versprechen von „Stromberg“-Regisseur Arne Feldhusen und „Tatortreiniger“ Bjarne Mädel, die das Kino-Center im vergangenen Februar besuchten und im Rahmen des Jubiläums wiederkommen wollen. Des Weiteren sind neben Filmvorstellungen auch Lesungen, Musikauftritte, Ausstellungen und vieles mehr geplant. Alles Weitere wird ab Juni auf der Internet-Seite www.kino100.de zur Verfügung stehen.

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