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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 17:33 Uhr

„Christoph 42“ darf wieder landen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rettungshubschrauber kann Sportplatz in Norderstapel für Noteinsätze benutzen / Verbot war laut Bürgermeister ein Missverständnis

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2016 | 00:34 Uhr

Der Rendsburger Rettungshubschrauber „Christoph 42“ kann wieder in Norderstapel landen, um in der Region schnelle Hilfe aus der Luft zu leisten. Dafür haben jetzt Vertreter von Norderstapel und Süderstapel in einer gemeinsamen Sitzung gesorgt. Um den Landepunkt auf dem von beiden Gemeinden betriebenen Sportplatz in Norderstapel hatte es am ersten Weihnachtstag Verwirrung gegeben, als der Helikopter dort landen wollte, nachdem es in Wohlde einen schweren Verkehrsunfall gegeben hatte (wir berichteten).

Der Sportplatz war jedoch einige Zeit zuvor aus der Liste der verbindlichen Landepunkte gestrichen worden. In dieser Liste sind alle Orte vermerkt, an denen gesichert ist, dass der Hubschrauber auch bei Nacht landen kann. Dafür muss nicht nur der Boden genug Halt geben und kein Hindernis in der Nähe sein – auch muss es eine Kooperation mit der Feuerwehr vor Ort geben, dass die den Platz zur Landung der Maschine ausleuchtet. Denn die Piloten von „Christoph 42“ fliegen auch bei Dunkelheit „auf Sicht“.

Diese Zusammenarbeit hatte die Freiwillige Feuerwehr Süderstapel zwar mit der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) vereinbart, doch das war nicht mit den Gemeinden abgesprochen. Denn weder die Bürgermeister noch die Gemeindevertretungen waren bisher offiziell in die Kooperation eingebunden, geschweige denn über Details informiert. „Ich habe nie einen Antrag für Außenlandungen auf dem Sportplatz gesehen“, sagte Norderstapels Bürgermeister Rainer Rahn, der hervorhebt, für die Sicherheit der Bürger im Ort verantwortlich zu sein. Da sei die Feuerwehr aus dem Nachbarort wohl etwas forsch vorangegangen. Gleichwohl stehe er dem Projekt positiv gegenüber. „Selbstverständlich sind die Luftretter bei uns herzlich willkommen“, sagte Rahn.

Dass der Sportplatz in Norderstapel – wo seit Beginn der Kooperation von Feuerwehr und DRF erst drei Landungen stattfanden – bei der Leitstelle deaktiviert war, beruht nach Angaben Rahns offenbar ebenfalls auf einem Missverständnis. Die Gemeinde Süderstapel habe gegenüber der Leitstelle darum gebeten, auf eine Sirenenalarmierung zu verzichten. Hintergrund war der Wunsch, die Menschen im Ort nach einer Reihe von Brandstiftungen in 2014 und 2015 nicht zu verunsichern. Das Missverständnis ist nach der gemeinsamen Sitzung von Gemeindevertretern, den Bürgermeistern, den Wehrführern, der Verwaltung und DRF-Mitarbeitern ausgeräumt. Die Verwaltung prüft noch, ob die Unterstützung durch die Feuerwehren durch Gesetze und Vorschriften abgedeckt ist. Einen Vertrag zur Nutzung des Sportplatzes wird es auch nicht geben. Wie Martin Dlugosch, Stützpunktleiter der DRF in Rendsburg, mitteilte, wird dieses Verfahren in ungefähr zwei Jahren ohnehin der Vergangenheit angehören, da man mit der Beschaffung neuer Hubschrauber mit entsprechender Ausrüstung nicht mehr auf derartige Landeplätze angewiesen ist. Das Fliegen unter Sichtflugbedingungen werde dann der Geschichte angehören. Bis dahin ist die DRF mit Hochdruck auf der Suche nach neuen Landeplätzen, um die schnelle Notfallrettung aus der Luft auch zu späterer Stunde zu verbessern. Mitarbeiter und Piloten aus Rendsburg bieten den Feuerwehren Schulungen für die Vorbereitung von Landeplätzen an. „Wir wollen auf diesem Gebiet noch intensiver tätig werden“, sagt DRF-Sprecherin Petra Hentschel. Dabei sei man aber darauf angewiesen, dass die Feuerwehren von sich aus potenzielle Landeplätze vorschlagen. Hentschel: „Um der Sicherheit Willen kann man gar nicht genug sichere Landesplätze haben. Daher freuen wir uns, wenn sich die Feuerwehren oder die Polizei bei uns melden.“

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