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Imland-Klinik in Rendsburg : „Christoph 42“: Anwohner prüfen Klage wegen Rettungshubschrauber

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Rettungs-Heli startet und landet weitere fünf Jahre an der Imland-Klinik. Seit Donnerstag läuft der Vertrag. Lärmgeplagte Bewohner des Stadtteils Neuwerk wollen das nicht akzeptieren.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 17:00 Uhr

Rendsburg | Die angekündigte Stationierung eines moderneren Rettungshubschraubers an der Imland-Klinik ruft lärmgeplagte Anwohner auf den Plan. Wie berichtet, haben der Kreis Rendsburg-Eckernförde und die DRF Luftrettung einen Vertrag für fünf weitere Jahre geschlossen. Er läuft seit Donnerstag. Spätestens ab 2017 soll eine leisere Maschine mit der behördlichen Bezeichnung EC 145 eingesetzt werden. Der Standort an der Klinik bleibt erhalten.

Die im Winter heiß diskutierte Verlegung nach Schachtholm ist damit zunächst vom Tisch. Zum Ärger vieler Bürger vor allem in Neuwerk. Sie müssen pro Woche im Schnitt 60 An- und Abflüge buchstäblich über sich ergehen lassen. „Die Anwohner werden sich überlegen müssen, ob sie nun den Klageweg beschreiten wollen“, sagt ein Betroffener, der wenige hundert Meter von der Basis des Hubschraubers mit dem Rufnamen „Christoph 42“ entfernt wohnt und bis auf weiteres unerkannt bleiben möchte. Er könne sich nicht vorstellen, dass die neue Maschine die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Fluglärm einhalte.

Nachfrage im Verkehrsministerium: Verstößt die neue Vereinbarung mit der DRF gegen geltendes Recht? Nein, lautet die Antwort aus der Kieler Behörde. „Durch den privatrechtlichen Vertrag zwischen dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und der DRF Luftrettung hat sich luftrechtlich nichts geändert“, sagt Ministeriumssprecher Harald Haase. Der Hubschrauber-Landeplatz an der Imland-Klinik sei in den 1980-er Jahren unbefristet genehmigt worden. Diese Erlaubnis gelte bis heute. „Für eine Überprüfung des Ist-Zustandes des genehmigten Flugplatzes besteht aus unserer Sicht keine Veranlassung.“

Die im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegten Grenzwerte für Wohngebiete – 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht – gelten nach Angaben aus dem Ministerium nicht für den Luftverkehr. Hier sei vielmehr die Landeplatz-Fluglärmleitlinie heranzuziehen. Und sie greife nur beim Bau neuer Wohngebiete in der Nähe eines Landeplatzes, im Rendsburger Fall auf dem Gelände der Ex-Eiderkaserne. Hier müsse seitens der Kommune die Verträglichkeit der Planungen mit der bestehenden Lärmkulisse geprüft werden, so Haase. Für bereits vorhandene Wohngebäude gelte diese Leitlinie nicht.

Bleibt also vorerst nur eine Möglichkeit, den Fluglärm einzudämmen: Eine möglichst geräuscharme Maschine muss her. Die am 23. September der Presse vorgestellte Maschine vom Typ EC 145 ist in der Tat leiser als der derzeit eingesetzte Helikopter BK 117 – 6,1 Dezibel im Flug. Beim Blick auf die Lärmpegelwerte bei Start und Landung reduziert sich die Schonung für das Ohr auf nur noch 0,7 bis 2,6 Dezibel.

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Noch leiser ist ein Hubschrauber vom Typ H 145. Sein Heckrotor ist ummantelt. Doch weil er gut 60 Zentimeter höher und länger ist als der aktuelle Flieger, kommt er für Rendsburg nicht in Frage. „Die H 145 ist an der bestehenden Luftrettungsstation aufgrund ihrer Größe nicht stationierbar. Das betrifft sowohl die Größe des Hangars als auch die Größe des Dachlandeplatzes“, sagt eine DRF-Sprecherin.

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