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Reisen mit dem MP : Chinareise nach dem Praktikum

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Natascha Völkl begleitete den Ministerpräsidenten auf seiner Reise nach China. Irgendwann möchte die 18-jährige Wapelfeldering einmal im fernen Osten arbeiten.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Natascha Völkl ist zurück von einer China-Reise, an der sie auf Einladung von Ministerpräsident Torsten Albig teilnahm. Die 18-jährige Waldorfschülerin begleitete die von Albig angeführte Politiker- und Unternehmerdelegation aus Schleswig-Holstein sechs Tage lang durchs „Reich der Mitte“. „Das war keine Urlaubsreise, aber damit hab ich auch nicht gerechnet“, bilanziert Natascha Völkl, die sich nun wieder ganz auf ihre anstehende Abi-Zulassungsprüfung konzentrieren kann, „die Reise war sehr, sehr interessant und trotz der langen Busfahrten nie langweilig.“

Kennen gelernt hat Natascha Völkl Ministerpräsident Albig vor einem Jahr: bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Pianisten Lang Lang. Eben jener Lang Lang ist auch der eigentliche Grund für die China-Begeisterung der Wapelfelderin. „Außer Lang Lang selbst und Herrn Albig hab ich das noch gar keinem erzählt“, stellt Natascha Völkl fest, „als ich zehn oder elf Jahre alt war, war Lang Lang bei ‚Wetten, dass…’ zu Gast, und da hat mir sein Auftreten so imponiert, dass ich mir gedacht hab: Chinesisch? Warum nicht?“ In der 8. Klasse suchte sie sich die chinesische Kalligraphie als Thema ihrer Jahresarbeit aus, und in den Sommerferien 2011 absolvierte sie zwei Chinesisch-Sprachkurse am Konfuzius-Institut in Hamburg: als Vorbereitung für einen vom Rotary-Club Mittelholstein organisierten Kulturaustausch nach Taiwan. Eigentlich hatte Natascha Völkl den Zuschlag für einen der sehr begehrten Austauschplätze in Japan erhalten: „Aber da kam dann Fukushima dazwischen.“ Von August 2011 bis Juli 2012 verbrachte sie ein knappes Jahr bei drei unterschiedlichen Familien in Taipeh. „Dieser Schüleraustausch hat alle meine Erwartungen übertroffen, ich habe dort unheimlich viele neue Freunde getroffen“, berichtet Natascha Völk, „ich bin so sehr in die Kultur eingetaucht, dass ich mich phasenweise selbst als Taiwanesin gefühlt habe und gar nicht mehr als Fremdkörper.“ Zurück in der Heimat, übersprang sie eine Klasse, wechselte von der zehnten Klasse der Waldorfschule Rendsburg in die zwölfte Klasse der Waldorfschule Kiel.

Als Lang Lang am 24. August 2012 im Vorfeld eines SHMF-Auftritts das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen sollte, setzte sie alles daran, bei dieser Zeremonie dabei zu sein. „Irgendwie hat das geklappt, und dann hab ich mich Lang Lang vorgestellt und mich auf Chinesisch total nett mit ihm und seiner Mutter unterhalten.“ Was sowohl der Starpianist wie auch Ministerpräsident Albig bemerkenswert fanden. In den Sommerferien 2013 absolvierte Natascha Völkl ein Praktikum in der Kieler Staatskanzlei, wo sie beim Zusammenstellen einer Informationsmappe für die China-Reise der Schleswig-Holstein-Delegation mithalf: „Da hab ich an einigen Stellen kulturelles Know-how eingebracht und Infos herausgesucht, die es im Internet nur auf Chinesisch gibt.“ Die 18-Jährige bekam den Zuschlag für den Begleittross des Ministerpräsidenten, musste allerdings ihren Flug selbst bezahlen.

„Herr Albig hatte einen professionellen Dolmetscher dabei, aber ich konnte ihm ein paar Mal helfen, was Nettes auf Chinesisch in seine Begrüßungen und Reden einzuflechten.“ Beim Empfang im Deutschen Generalkonsulat in Shanghai zum Auftakt der Reise konnte Natascha Völkl den Deutschen allerhand Wissenswertes zu ihrem Spezialthema mitteilen: der chinesischen Kalligraphie. Im Laufe der Reise wurden unter anderem Pumpentechnik-, Medizin- und Spielzeugfabriken besichtigt. „Es war total interessant zu sehen, wie so ein gewerblicher Ansiedlungsprozess im Ausland funktioniert und welche Abstufungen es da gibt“, berichtet Natascha Völkl. Nach dem Abi will Natascha Völkl ein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens bei einer Firma für Autosicherheitstechnik absolvieren. Dass diese Firma auch Niederlassungen in China und Taiwan hat, ist natürlich kein Zufall. Würde sie später gern mal als Repräsentantin ihres Arbeitsgebers nach China oder Taiwan gehen? „Das wäre ein Traum“, sagt Natascha Völkl, „mal sehen, wo mein Weg mich hinführt.“

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