Rendsburg : "Cheyenne"-Club: Kein Zutritt für junge Ausländer?

Tor verschlossen: Dem jungen Deutschen mit kurdischen Wurzeln  blieb der Eintritt in den 'Cheyenne'-Club verwehrt. Foto: RUB
Tor verschlossen: Dem jungen Deutschen mit kurdischen Wurzeln blieb der Eintritt in den "Cheyenne"-Club verwehrt. Foto: RUB

Ein 17 Jahre alter Rendsburger mit kurdischen Wurzeln durfte nicht in die Diskothek. Der Geschäftsführer des Rendsburger "Cheyenne Club" weist Diskriminierungs-Vorwürfe zurück.

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12. Oktober 2011, 10:11 Uhr

Rendsburg | Es ist Sonnabendabend, 22.30 Uhr - und eine bunt gemischte Gruppe Jugendlicher macht sich auf den Weg zum "Cheyenne" -Club in Rendsburg. Es ist ein besonderer Abend, denn allzu oft schaffen es die Freunde nicht, gemeinsam feiern zu gehen. Die Laune ist gut und zu Fuß ist es nicht weit zu Rendsburgs beliebter Disko. Schon lange ist dieser Abend geplant, soll es doch für einen der Jungen der erste Besuch in der Disko werden. Ein bisschen Tanzen, ein bisschen Spaß haben, Leute treffen. Doch dieser Plan der Jugendlichen wird früh genug ein Ende finden.
Am Eingang werden wie gewöhnlich die Ausweise der jungen Leute kontrolliert, so berichten die Jugendlichen. Doch genau da beginnt das Problem. Allen Feierwilligen wird der Eintritt gewährt. Nur demjenigen nicht, der das erste Mal die Diskothek besuchen will. Es ist Hakan P. (Name geändert), ein 17-jähriger Junge kurdischer Herkunft aus Rendsburg, der jedoch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Eigentlich wäre ihm der Einlass in die Disko bis 24 Uhr gestattet. Er hat weder getrunken noch verhält er sich auffällig aggressiv.
Diskriminierung?
Wo liegt also das Problem? Die Antwort der Türsteher: "Mit seiner Personengruppe hatten wir in der Vergangenheit schon häufig Probleme - er kommt nicht rein." Diese Aussage trifft auf großes Unverständnis in der Gruppe. Was haben diese Probleme mit ihrem Freund zu tun und was meinen die Türsteher eigentlich genau mit "Personengruppe"? Als sie das Gespräch mit ihnen suchen, flüchten sich diese nur in Ausreden. Man lasse nur Leute rein, die man kenne und wisse ja nicht, ob der Junge nicht von einer kriminellen Gruppe geschickt worden sei. Außerdem verändere der Alkohol ja auch die Verhaltensweise von Menschen.
Der Jugendliche war nach eigenen Angaben nüchtern und hat keine Kontakte zu jeglichen Kriminellen. Dennoch wurde ihm der Eintritt verwehrt. Die Aufgabe von Türstehern ist es, die Besucher zu selektieren, dies jedoch auf die Herkunft zu stützen, ist in den Augen des Abgewiesenen unzulässig und diskriminierend.
"In unserem Club sind viele Ausländer"
"Cheyenne"-Geschäftsführer Stefan Conring bestreitet solche Vorwürfe. Er ist sich sicher, dass seine Angestellten ihre Gründe für ihr Verhalten hatten und dass man den Jugendlichen als Mitglied einer bestimmten "Personengruppe" nicht diskriminieren wolle. "In unserem Club sind viele Ausländer, daran kann es nicht gelegen haben."
Der bittere Beigeschmack dieser Geschichte bleibt für die Gruppe jedoch trotz dieser Stellungnahme des Club-Betreibers erhalten. Ein Mädchen, das anonym bleiben möchte, sagt: "Der Club ist seinem Motto Feiern unter Freunden an diesem Abend in keiner Weise gerecht geworden, denn anscheinend darf nicht jeder zu diesem Freundeskreis gehören. Doch dann muss sich der Cheyenne- Club Rendsburg auch nicht wundern, wenn aufgrund eines solchen Vorfalls auch viele andere die Freundschaft beenden."

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