Eiderkaserne in Rendsburg : Chemikalien-Fund auf Ex-Kasernengelände: Spezialkräfte im Einsatz

<p>Lagebesprechung: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst begutachten erste Handy-Fotos von der Fundstelle.</p>

Lagebesprechung: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst begutachten erste Handy-Fotos von der Fundstelle.

Munitionssucher finden Handgranaten und Flaschen mit faulig riechender Flüssigkeit – eine brodelnde chemische Reaktion.

shz.de von
15. Mai 2018, 06:42 Uhr

Rendsburg | Der Fund von Tonflaschen mit einer unbekannten Flüssigkeit hat am Montag für einen Einsatz von Spezialkräften auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne in Rendsburg gesorgt. Als ein Behälter zerbrach, zeigte sich eine brodelnde chemische Reaktion. Nach Polizeiangaben handelte es sich nicht um Kampfmittel. Eine Explosionsgefahr bestand nicht.

Wie berichtet, sucht die Firma Eggers-Kampfmittelbergung seit März etwa 16.000 Quadratmeter nach Munitionsresten ab. Sie bereitet das städtische Areal für den Wohnungsbau vor. Nach Auskunft von Landeskriminalamtssprecherin Carola Jeschke entdeckten die Arbeiter in der vergangenen Woche etwa 200 Munitionsreste, vor allem Handgranaten. Einige waren verklumpt. Georg Ocklenburg vom Kampfmittelräumdienst des Landes: „Gegen Ende des Krieges hat man die Munition oft vergraben.“

Am Montag gegen 10.45 Uhr stießen Arbeiter beim Ausheben des sogenannten Vergrabelochs auf zwei Tonflaschen. Eine zerbrach. Es trat eine Flüssigkeit hervor, die anfing zu brodeln.  Ein Geruch wie von altem Obst habe sich ausgebreitet. Die Arbeiter schalteten sofort ihre Maschinen aus und schlugen Alarm. Es rückten die Feuerwehr Rendsburg, der Löschzug Gefahrgut des Kreisfeuerwehrverbands, der Kampfmittelräumdienst, die Polizei und ein Krankenwagen an.

Das Gelände wurde abgeriegelt, ebenso ein Wanderweg. Einsatzkräfte der Feuerwehren bildeten Zweier-Teams, die sich dem Fundort in gasdichten Chemikalienschutzanzügen (CSA) näherten. Ihre Sauerstoffflaschen reichten je für halbstündige Einsätze. Sie entdeckten abgesehen von den Ton- auch schmale grüne Glasflaschen. In drei luftdichten Metalltonnen sammelten sie Erdproben, Ton- und Glasbehälter ein, berichtete Kreisfeuerwehrsprecher Jürgen Beyer. Das Material soll heute in ein Labor der „Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten“ in Munster (Niedersachsen) geschickt und untersucht werden. Auf dem Ex-Kasernengelände wurden Luftwerte gemessen. Die Handgranaten sollen bald vernichtet werden.

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