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Stafstedt : Chart-Stürmer kommt aus Stafstedter Hobby-Studio

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Die immer lacht“ von Kerstin Ott wurde im Original bereits vor neun Jahren von Ulli Günther aufgenommen.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2016 | 09:23 Uhr

„Die immer lacht“: Diesen Song kennt fast jeder aus Disko und Radio, derzeit steht er auf Platz zwei der deutschen Singlecharts – doch dass seine Wurzeln auch in einem kleinen Dorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegen, wissen wohl nur die wenigsten. Der Party-Song, zu dem aktuell die Tanzflächen gestürmt werden, war ursprünglich nämlich ein Gitarrenstück, geschrieben von Kerstin Ott aus Heide. Doch aufgenommen wurde die Original-Version des Liedes im Hobby-Tonstudio von Hans-Ulrich „Ulli“ Günther in Stafstedt.

„Kerstin und wir haben eine gemeinsame Freundin. Sie heißt Angela Tuchlinski und erzählte mir damals, dass Kerstin gut singen kann. Sie fragte, ob ich mit ihr zusammen ein Stück aufnehmen könnte“, erinnert sich Günther. Um den beiden Frauen einen Gefallen zu tun, sagt er zu. „Am 17. März 2007 haben wir uns dann getroffen, um das Stück aufzunehmen. Das Digital Audio Tape mit dem Uroriginal habe ich auch heute noch.“

Kerstin Ott, die zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alt war, brachte ihre Gitarre mit, und als das Mikrofon eingependelt war, so Ulli Günther, hätten die beiden losgelegt. „Ihr Gesang war top, aber das Gitarrenspiel war noch nicht gut genug für eine CD“, so der heute 59-Jährige. So habe er Ott gefragt, ob er sich für die musikalische Untermalung etwas überlegen dürfe. Er durfte. „Ich habe eine Rhythmusgruppe rund um den Gesang gebastelt, bestehend aus Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren.“ 14 Tage nach der Studioaufnahme habe er Kerstin Ott dann seinen Vorschlag vorgespielt – und die sei begeistert gewesen. „Also habe ich den Song so gelassen und Kerstin eine CD gebrannt.“ Geld hat er für die Aufnahme nicht genommen. Vielmehr habe er sich seinerzeit darüber gefreut, mit jemandem Musik machen zu können, weiß Ulli Günthers Ehefrau Franziska.

Kerstin Ott verteilte anschließend ein paar CDs mit ihrem Lied an Freunde – und irgendwann landete die ursprüngliche Ballade auf Umwegen auf YouTube. Dort entdeckte das DJ-Duo Stereoact aus dem Erzgebirge das Lied und peppte es zu einem schnelleren Party-Song auf – eben jenem Lied, das es nun zu so viel Erfolg gebracht hat. Dass es mittlerweile eine neue Version des ihm bekannten Liedes gibt, hat Ulli Günther, Telekom-Angestellter in Altersteilzeit, erst recht spät nach einem Hinweis seines Schwagers mitbekommen. „Ich finde die neue Version etwas gewöhnungsbedürftig. Ich gebe aber gern zu, dass ich mit den heutigen Möglichkeiten auch etwas anderes aus dem Lied machen würde als vor neun Jahren.“

Kerstin Ott und er haben den Kontakt nach 2007 zwar nicht gehalten, die wenigen Stunden, die sie zusammen im Tonstudio verbrachten, hat er aber in guter Erinnerung behalten. „Kerstin hat schon eine tolle Stimme“, findet er auch heute noch. Und seine Liebe zur Musik, die ist geblieben. Derzeit arbeitet Günther schon an neuen Projekten – zusammen mit seinem Friseur, ebenfalls einem Gesangstalent.

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