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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 11:08 Uhr

CDU verlässt gemeinsame Fraktion

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Entscheidung traf bisherigen Partner völlig überraschend / Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD) sprach von zwischenmenschlichen Spannungen

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 14:55 Uhr

Die Sitzung der Gemeindevertretung Bredenbek am Donnerstag endete mit einem Knall. Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ verabschiedete sich die CDU aus der gemeinsamen Fraktion mit der SPD. Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD) war sichtlich überrascht. Maik Bachmann hatte erklärt, dass er und die weiteren CDU-Gemeindevertreter Peter Böge und Johannes Petersen keine Perspektive für eine weiter Zusammenarbeit mit Brouer sähen. „Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, an dem wir die politische Führung des derzeitigen Bürgermeisters nicht länger mittragen wollen.“ Die CDU-Vertreter wollen jetzt eine eigene Fraktion bilden.

„Ich war nicht darüber informiert“, stellte Bartelt Brouer nach der Erklärung gegenüber der Landeszeitung fest. „Aber die Arbeit in der Gemeindevertretung wird weitergehen.“ In Bredenbek habe es im letzten Jahr viele wichtige Themen wie Kindergartenausbau, Bahnhaltepunkt, Windpark und Grundschule gegeben und dadurch eine hohe Zeit- und Aufgabenbelastung. „Und das führt manchmal zu zwischenmenschlichen Spannungen“, nannte Brouer als möglichen Grund für den CDU-Ausstieg. „Schade, dass das Gespräch mit mir nicht gesucht wurde.“

Keine kontroverse Diskussion gab es zu dem umstrittene Thema „Windpark“. Denn Fragen oder Anmerkungen waren nicht erlaubt, als Rainer Böttcher den Antrag auf einen Bürgerentscheid über die geplante Errichtung von Windkraftanlagen erläuterte und Bürgermeister Bartelt Brouer eine gemeinsame Erklärung der Gemeindevertretung verlas.

Böttcher und seine Mitstreiter fordern, dass die Höhe der Windkraftanlagen auf maximal 120 Meter begrenzt wird und das ein Mindestabstand zu Wohngebäuden von 650 Metern einzuhalten ist. Höhere Anlagen würden zu einem Wertverlust von Immobilien führen und die Gefährdung der Anwohner durch Infraschall vergrößern, argumentierte Böttcher. „Wir akzeptieren und unterstützen den Windpark, aber bitte maßvoll und mit einer stärkeren Berücksichtigung aller Landschafts- und Bürgerinteressen. Deshalb 120 Meter statt 180 Meter.“

Mit der Beschlussfassung zur Ausweisung eines Windparks habe sich die Gemeinde 2011 den größtmöglichen Einfluss auf die Bauleitplanung und die Gestaltung des Windparks gesichert, erklärte Brouer im Namen der Gemeindevertretung. „Sonst hätten Unternehmen einen Windpark in eigener Regie errichten können mit weit über 200 Meter hohen Windrädern.“

Nach der bisherigen Planung will die Firma Denker und Wulf sieben Windkraftanlagen von 180 Metern Höhe bauen (wir berichteten). Brouer teilte mit, dass der Abstimmungstag für den Bürgerentscheid auf Sonntag, den 30. November, festgelegt wurde.

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