Maut für Lastwagen : CDU-Politiker kämpft gegen die Maut

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Die Maut für Lastwagen gilt nun auch auf vierspurigen Bundesstraßen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind drei Strecken betroffen.

shz.de von
07. Juli 2015, 03:25 Uhr

Die Maut für Lastwagen hat die Firmen auf dem Land erreicht – sie gilt nun auch auf vierspurigen Bundesstraßen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind drei Strecken betroffen. Die längste davon ist die Bundesstraße 77 zwischen Jevenstedt und Rendsburg-West. Auf dieser Passage fällt für Laster ab zwölf Tonnen eine Gebühr von zwölf bis 21 Cent pro Kilometer je nach Schadstoffklasse und Achszahl an. Unterdessen kämpft der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Wadephul wieder gegen die Maut seines Kollegen, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, an. Wadephuls Forderung: Für die Querung des Nord-Ostsee-Kanals durch den Rendsburger Tunnel darf keine Maut fällig werden.

Neben der rund zehn Kilometer langen Strecke auf der B77 wird die Maut auch auf zwei Abschnitten der Bundesstraße 76 erhoben: Auf dem jüngst ausgebauten, rund drei Kilometer langen Stück in Eckernförde sowie zwischen Tüttendorf und der Kieler Stadtgrenze bei Neuwittenbek auf rund fünf Kilometern. Seit dem 1. Juli fallen auf diesen Strecken Gebühren für Lastwagen über zwölf Tonnen Gewicht an. Ab dem 1. Oktober wird die Mautpflicht auf 7,5-Tonner ausgeweitet.

Für die Unternehmen im Kreis ist die neue Maut durchaus ein Problem. Der Baustoffhandel Struve etwa liegt direkt an der B77 in Hamweddel. „Wir liefern vor allem in die Region und fahren auch in Richtung Rendsburg und Fockbek“, sagt Prokurist Dieter Eckmann zur Landeszeitung. Dazu nutzt das Unternehmen sowohl Zwölf- als auch 7,5-Tonner. Eckmann hält es durchaus für denkbar, die durch die Maut höheren Transportkosten auf die Preise umzulegen. Es sei aber fraglich, ob die sich einfach durchsetzen lassen. „Wir sind als Baustoffhandel nicht alleine auf der Welt“, sagte er. Die zusätzlichen Kosten habe er noch nicht ermittelt. „Wenn die Rechnung kommt, werden wir sehen.“

Auch die Firma Holm und Laue in Westerrönfeld liegt an der B77. Das Unternehmen für Technik in der Rinderhaltung ist laut Heino Hansen nur in kleinem Maß direkt von der Maut betroffen, weil es nur einen Laster für Auslieferungen einsetze. Indirekt sei die Belastung jedoch stärker: „Der größte Teil unserer Ware wird von Speditionen geholt und gebracht. Die Maut wirkt sich also auf die Frachtkosten aus“, erklärte Hansen, Leiter Organisation und Informationstechnik bei Holm und Laue. Es sei aber noch nicht absehbar, wie groß die Belastung ausfalle.

Viele der kleinen und mittleren Unternehmen haben laut Pascal Ledune von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises nicht die Zeit und die Kapazitäten, die Maut-Belastungen zu beziffern. Das sei der Grund, weshalb es um die Maut auf Bundesstraßen noch ruhig sei. Selbst am Tag der Logistik, den seine Gesellschaft im April veranstaltet hatte, war das noch kein großes Thema unter den Unternehmern.

Aus Gründen der Fairness müsste der Tunnelabschnitt der B77 Ledune zufolge von der Maut ausgenommen werden, weil die Strecke dort nur zweispurig ist. Dazu gibt es eine Absage aus dem Bundesverkehrsministerium: „Auch wenn im Bereich einer Bundesstraße eine Baustelle liegt und die Straße temporär und partiell nicht verfügbar ist, bleibt sie dennoch ‚ausgebaut‘“, heißt es in einer Antwort auf LZ-Anfrage. Diese Widmung sei ausschlaggebend.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul geht mit seiner Forderung noch weiter. Er verlangt, dass der Streckenabschnitt grundsätzlich mautfrei bleibt. Die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches habe zugesichert, sämtliche Querungen über den Nord-Ostsee-Kanal kostenfrei anzubieten, schreibt Wadephul in einer Mitteilung. Er hofft, im Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister eine schnelle und unbürokratische Einigung zu finden.

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