CDU Owschlag stopft 6er-Loch mit 4er-Team

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Wechsel an der Spitze: Bernd Vollertsen löst Christiane Ostermeyer ab

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01. April 2011, 08:36 Uhr

OWSCHLAG | Der CDU-Ortsverband Owschlag hat einen neuen Vorsitzenden: Mit 18 Ja-, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde Bernd Vollertsen am Mittwoch abend im "Landhaus Hentschel" gewählt. Er löst damit Christiane Ostermeyer ab, die bereits im Vorfeld ihren Rückzug von diesem Posten erklärt hatte. Vollertsen, bis vor kurzem stellvertretender Bürgermeister, hatte gemeinsam mit fünf anderen Fraktionskollegen sein Mandat in der Owschlager Gemeindevertretung niedergelegt. Damit war die Mehrheitsfraktion von neun auf drei Mitglieder geschrumpft (wir berichteten).

"Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um die Mitgliederzahlen des Ortsverbandes wieder nach oben zu bringen", versprach Vollertsen. Aktuell gehörten der CDU 35 Mitglieder an. 2007 seien es 47, 2006 sogar 53 gewesen. "Hier ist Handlungsbedarf. Wir brauchen eine breite und stabile Basis", betonte der neue Vorsitzende. Die Frage, ob er auch hinter der Bürgermeisterin stehe, wollte Vollertsen nicht beantworten. Das könne zu dem jetzigen Zeitpunkt keiner von ihm erwarten. "Ich stehe hinter dem CDU-Ortsverband und habe zunächst für ein Jahr den Vorsitz übernommen. Wer weiß, was alles passiert. Es kann sich vieles ändern." Bis zur nächsten Wahl in zwei Jahren werde er das neue Amt auf jeden Fall ausführen.

Christiane Ostermeyer sagte, dass sie ihren Platz nach zwölf Jahren gerne räume. Eigentlich sei der Posten bereits im vergangenen Jahr neu zu besetzen gewesen. Doch damals habe sich niemand gefunden. Heute sei man sich in der CDU einig, dass Bürgermeister und erster Vorsitzender nicht ein und dieselbe Person sein sollte. "Ich freue mich, dass Bernd den Ortsvorsitz übernimmt. Er ist seit 1999 stellvertretender Ortsvorsitzender und weiß, was Sache ist." Zum neuen Stellvertreter von Vollertsen wurde einstimmig Dieter Kurbjuhn gewählt. Der 53-Jährige lebt seit 1994 in Owschlag, ist verheiratet und hat fünf Kinder. "Ich bin 22 Jahre in der CDU und weiß, dass ein gewisser Neuanfang in die Wege zu leiten ist. Wir brauchen wieder Ruhe im Ortsverband", erklärte Kurbjuhn. Zum Schatzmeister wurde Georg Klotzke gewählt. Amtsinhaberin Ina Solterbeck wechselt auf den Posten des Beisitzers, da Timo Brammer ausschied.

Mit Spannung wurde das Thema "Nachrücken" in der CDU-Fraktion erwartet. Zehn Kandidaten hatte es im Vorfeld der Versammlung gegeben. Drei von ihnen (Kirstin Krei, Hans-Peter Tams, Günther Dobbert) waren am Mittwochabend erschienen und erklärten, dass sie das Mandat annehmen werden. Der vierte wird Oliver Kühl sein, der aber nicht an der Versammlung teilnahm. Die neuen Gemeindevertreter werden in der nächsten Sitzung der Vertretung am Dienstag, dem 12. April, verpflichtet. Christiane Ostermeyer hofft, an dem Abend die sechs ausgeschiedenen Vertreter begrüßen zu können. "Ich würde mich freuen, sie mit einer kleinen Ehrung zu verabschieden, um zu einem vernünftigen und ordnungsgemäßen Abschluss zu kommen."

Beifall erntete Dieter Kurbjuhn kurz vor Ende der Versammlung: "Alle, die zurückgetreten sind, haben sich teilweise jahrzehntelang für die Gemeinde und die CDU eingesetzt. Jede einzelne Person hat durch ihr Engagement wahrscheinlich viele Stimmen gezogen." Der neue Stellvertreter wünschte sich, noch einmal in kleiner Runde mit den Beteiligten an einem Tisch zusammen zu kommen, um vielleicht den Einen oder Anderen wieder zurückzugewinnen.

Als Gastredner war der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Günther eingeladen: "58 Jahre regiert man, und dann wacht man an einem Wahltag plötzlich auf und stellt fest, dass man keine Mehrheit mehr hat. Dazu soll es in Owschlag gar nicht erst kommen." Aufgabe des neuen Vorstandes sei es, die Gräben zuzuschütten, und die CDU wieder mit richtiger Kampfeskraft aufzustellen, sagte Günther.

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