CDU für schnellen Atom-Ausstieg

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Hundert Gäste aus Politik und Wirtschaft bei den "Energiepolitischen Fachgesprächen" im Conventgarten

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20. Mai 2011, 08:04 Uhr

Rendsburg | "Atomkraft - nein danke!" Es bestehe Konsens, aus der Atomkraft auszusteigen, und es bestehe Konsens, diesen Ausstieg schneller als ursprünglich geplant umzusetzen, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Johann Wadephul bei den "Energiepolitischen Fachgesprächen" im Hotel "Conventgarten". Hundert Gäste aus Politik und Wirtschaft verfolgten interessiert die "Energiepolitischen Fachgespräche", zu der die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV), der CDU-Kreisverband und die Kreistagsfraktion eingeladen hatten. Der Fraktionssprecher Manfred Christiansen moderierte die zweistündige Veranstaltung.

Nach der Atomkatastrophe in Fuku shima sei es das Ziel der Regierung, eine neue rechtliche Situation zu schaffen, erklärte Wadephul. "Der Zeitplan ist eng." Die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien werde nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf regionaler Ebene weit reichende Auswirkungen haben.

"In den Zeiten der Energiewende müssen wir auch auf die Chancen blicken", meinte Wadephul. Als Standort für Windkraftanlagen könne sich Schleswig-Holstein zum Stromlieferanten für die Wirtschaft im Süden und Westen Deutschlands entwickeln. Allerdings treffe die Ausweisung neuer und größerer Windkraftanlagen nicht überall auf Begeisterung, räumte Wadephul ein.

"Energie ist das beherrschende Thema", betonte Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, die in Vertretung von Minister Jost de Jager gekommen war. "Schleswig-Holstein kann bei "Wind" die erste Geige spielen", meinte Zieschang, "aber dafür brauchen wir den Netzausbau." Durch eine Kommunikationsoffensive wolle man Ängste bei den Menschen abbauen und Akzeptanz schaffen.

Stefan Brumm, Leiter der Unternehmensentwicklung bei der Eon Hanse, meinte, dass bei der Energiediskussion das Thema Energieeinsparung zu kurz komme. "In der Gebäudedämmung liegen große Potentiale." Der Ausbau der großen Netztrassen müsse durch andere gesetzliche Rahmenbedingungen beschleunigt werden. Zurzeit dauere ein Genehmigungsverfahren durchschnittlich 56 Monate, betonte Brumm.

Die Landwirte seien für die Nutzung nachhaltiger Rohstoffe, sagte Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein. "Wind, Bio, Solar - mit Augenmaß." Aber er sehe Widerstände gegen den Ausbau der Stromnetze. Der beschleunigte Netzausbau bringe Eigentümerrechte in Gefahr. Die Bevölkerung wolle den Atomausstieg, aber sonst solle sich möglichst nichts verändern, meinte Gersteuer. "Aber das Landschaftsbild wird sich verändern." Sorge bereite ihm die große Eile, in der noch vor der Sommerpause acht Gesetze und Verordnungen verabschiedet werden sollen. "Das ist eine Mammutaufgabe; da muss man sich Zeit nehmen."

Die Versorgungsbetriebe Bordesholm setzen schon jetzt auf zertifizierten Ökostrom und wollen diesen Anteil kontinuierlich ausbauen. Ziel sei, so der Geschäftsführer Frank Günther, bis 2020 die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erreichen.

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