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Landeszeitung

21. August 2017 | 08:42 Uhr

Camperidylle im Herzen des Landes

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Seit fast 50 Jahren zieht Seecamping BUM die Urlauber an – eine Reportage zwischen Wohnwagen, Zelten und Dauergastehrung

Die optimale Lage genau zwischen Nord- und Ostsee oder die beschauliche Natur des Amtes Nortorfer Land – für einen Urlaub auf dem Campingplatz See-Camping BUM bei Borgdorf-Seedorf gibt es viele Gründe. Schon bei der Ankunft wird der Besucher von dem malerischen Blick auf den Borgdorfer See und der beruhigenden Stille in Empfang genommen. Die vorbeifahrenden Autos auf der Landesstraße 49 sind nur noch entfernt zu hören. Der erste Weg führt zur Anmeldung, wo Lucyna Ulrich die Gäste herzlich begrüßt. Sie leitet nicht nur die Rezeption, sondern steht auch hinter dem Tresen im kleinen Kiosk. „Wir haben alles für den täglichen Bedarf“, erzählt sie. Morgens gebe es frische Brötchen, außerdem findet der Urlauber hier Campingbedarf, Zeitungen, Getränke und Grillsachen. „Wir lassen extra kleine Pakete mit Würstchen vom Schlachter verpacken“, so die Frau des Inhabers. Besonders freue sie sich über die Tauschbücherei. „Wer Lust hat, ein Buch zu lesen, nimmt sich eines aus dem großen und gut gefüllten Regal heraus und stellt dafür ein anderes hinein.“

Mit einem Buch, einer Zeitung oder ein Glas Wein lässt sich der Urlaub entspannt genießen. Das finden auch Gudrun und Jürgen Reinhardt mit Hund Yuki, die direkt an der Einfahrt des Campingplatzes wohnen und von ihrer kleinen Terrasse alles bestens im Blick haben, besonders den See. Seit fünf Jahren verbringen die beiden Dauercamper ihren Urlaub auf dem Campingplatz BUM. „Ich verreise nicht gerne mit dem Koffer, aber auch nicht mit Schlappen“, erklärt Jürgen Reinhardt, seit Kindesbeinen Camper, seine Vorliebe für die besondere Art des Urlaubs. Seinen Wagen hat das Ehepaar das ganze Jahr über in Borgdorf-Seedorf stehen. „Wir besuchen unsere Enkelkinder in Nortorf oder unseren Sohn in Husum, fahren nach Kiel oder im Winter nach Dänemark und machen dann hier unseren Zwischenhalt“, lobt Gudrun Reinhardt die zentrale Lage des Platzes. Mittlerweile haben die beiden Lehrer aus dem ehemals verlotterten Platz ein kleines Paradies geschaffen. Und so pflegen sie den kleinen Garten, grillen, baden und genießen die nette Gesellschaft.

„Wir sind eine große Familie und duzen uns alle“, erzählt Kurt Ulrich beim Rundgang über den Platz sichtlich stolz, denn früher hätten die Urlauber nicht mal ihre Nachbarn gekannt. Seit Oktober 2011 hat er zusammen mit seiner Frau das Sagen auf dem Platz. Seitdem wird an vielen Ecken und Kanten gewerkelt. „Wir richten immer mehr Platz her“, berichtet Kurt Ulrich. „Denn die Wagen werden immer größer und benötigen mehr Raum.“ Eine neue Warmwasserversorgung wurde installiert und im Waldbereich des Campingplatzes wird eine neue Straße plus Kanalisation und Stromleitungen gebaut. 25 Mobilheime sollen hier im nächsten Frühjahr ihren Standort haben.

„Er hat etwas aus dem Platz gemacht“, lobt Helga Beckmann den neuen Inhaber. Mit ihrem Mann Rolf ist die Bielefelderin bereits das fünfte Mal auf dem Campingplatz, das Ehepaar fährt aber auch gerne in den Süden. „Aber hier oben im Norden besuchen wir unsere Familie.“

Zeltplätze, Dauerparzellen, teilweise mit Blick auf den See, Mietwohnwagen oder Mobilheime für den Kurzurlauber, der Campingplatz See-Camping BUM hat für jeden Besucher die passende Unterkunft. Elf Parteien haben hier sogar ihren festen Wohnsitz. Mit fairen Preisen, jeder muss nur das bezahlen, was er verbraucht, sorgte das Betreiberehepaar für einen Aufschwung der Gästezahlen und senkte den Altersdurchschnitt. Auch das Restaurant „Seeblick“ mit der gutbürgerlichen Küche und das Bistro sowie der Biergarten locken zahlreiche Besucher, nicht nur vom Campingplatz. Verschiedene Veranstaltungen sorgen für Leben auf dem Campingplatz, wie das Osterfeuer, die Kinderanimation im Sommer oder die Seedorfer Nacht. „Wenn man nichts macht, kommen keine Leute“, weiß der Inhaber. „Die Veranstaltungen sind auch bei Gästen aus den umliegenden Dörfern sehr beliebt.“

Auf dem Camperfest im Juli werden Dauercamper geehrt, im nächsten Jahr feiern sechs Camper ihre 50-jährige Zugehörigkeit, sie sind seit Beginn dabei. 1965, mit 14 Jahren, machte Kalle Wilken das erste Mal mit seinen Eltern Urlaub in Borgdorf-Seedorf. Seitdem kommt er jedes Jahr wieder, mittlerweile mit seiner Frau Ilona, die ebenfalls hier Urlaub gemacht hat. „Wir mögen die kurzen Wege, die netten Bekanntschaften“, erzählen die Hamburger. Seit 35 Jahren hat das Ehepaar einen festen Platz mit Blick auf den See. Mit viel Liebe haben sie sich eine kleine Wohlfühloase geschaffen. „Wir sind viel unterwegs und fahren an Nord- oder Ostsee oder unternehmen eine Fahrradtour. Wir bleiben aber auch gerne in unserem Wohnwagen und kniffeln oder spielen Karten.“ Die Freiheit mache das Campen aus.

„Kein Tag ist wie der andere, hier kommt nie Langeweile auf“, erklärt Inhaber Kurt Ulrich die Faszination für den Beruf. Er hat immer Zeit für einen kleinen Plausch mit den Gästen und wenn das Telefon klingelt, ist er bereit. „Als Betreiber eines Campingplatzes musst du ein Allroundtalent sein“, lacht Ulrich. „Du bist Seelsorger und Sozialpädagoge aber auch Handwerker und Klempner oder Hundedompteur.“

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erstellt am 23.Mai.2014 | 15:30 Uhr

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