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Weniger Asylsuchende : Camp schrumpft um 1200 Plätze

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nur noch 800 statt 2000 Asylsuchende sollen in der Erstaufnahme an der Büsumer Straße unterkommen. Erste Bewohner für 18. April erwartet.

Das neue Erstaufnahmelager in Rendsburg wird deutlich weniger Menschen aufnehmen als geplant: Maximal 800 Flüchtlinge sollen untergebracht werden, ursprünglich war von 2000 die Rede. Voraussichtlich am 18. April ziehen die ersten Asylsuchenden in die Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne. Die Bauabnahme der Unterkunft erfolgt eine Woche vorher, am 11. April.

„Bei Bedarf kann die Einrichtung auf 1200 Plätze aufgestockt werden“, erklärt Patrick Tiede, Pressesprecher des für den Bau zuständigen Innenministeriums. Grund für die Verkleinerung um mehr als die Hälfte ist offenbar der Rückgang bei den in Schleswig-Holstein eintreffenden Flüchtlingen: Knapp 1200 waren es zuletzt im März. Im Vorjahresmonat lag die Zahl bei knapp 1600. Ein Blick auf die Vormonate (siehe Tabelle) zeigt allerdings, dass im Januar und Februar dieses Jahres noch deutlich mehr Asylsuchende kamen als im selben Zeitraum 2015.

„Wir verfolgen die so genannte Y-Strategie“, erklärt Tiede. Das heißt, man sei flexibel für zwei Optionen: Bleibt es bei dem hohen Zustrom des Vorjahres, werden die Aufnahmekapazitäten der Unterkünfte im Land vergrößert. Sinken die Zahlen, wird man Mitte des Jahres Container abbauen. Am 3. April waren in Schleswig-Holstein lediglich 3811 der insgesamt 12432 Plätze belegt, was einer Quote von 31 Prozent entspricht.

„Ein Großteil der Flüchtlinge kommt üblicherweise in der zweiten Jahreshälfte“, so der Pressesprecher – im vergangenen Jahr fielen zwei Drittel der Neuankömmlinge in diesen Zeitraum. Ein wichtiger Grund hierfür ist das Wetter, das im Winter die Reise zusätzlich erschwert. Für eine Einschätzung, wie sich das Jahr 2016 in dieser Hinsicht entwickeln wird, sei es zu früh. Zu viele Faktoren seien ungewiss. An erster Stelle steht hierbei die Situation in den Herkunftsländern, die entscheidet, ob Menschen ihr Land verlassen oder nicht. Weiter sei nicht abzusehen, so Tiede, wie sich die Grenzsperrungen entlang der Balkan-Route, der Küstenschutz rund ums Mittelmeer und die Abkommen der Europäischen Union mit der Türkei auswirken werden. Tiede: „Eine Vorhersage der Flüchtlingszahlen wäre deshalb reine Spekulation.“ Im Frühsommer wisse man mehr. Dann entscheide das Land, welche Unterkünfte erweitert, welche verkleinert und welche eventuell ganz aufgelöst werden.

Eine Schließung der Einrichtung in Rendsburg ist allerdings kaum zu erwarten. Innenminister Stefan Studt plant, im Land künftig nur noch drei große statt der bisherigen 14 Durchgangslager zu betreiben. Rendsburg ist aufgrund seiner zentralen Lage als einer der drei Standorte im Gespräch. Für die technische Abnahme des Lagers am 11. April erwartet Pressesprecher Patrick Tiede keine Schwierigkeiten. Während der Bauarbeiten sei es zu keinerlei Problemen gekommen.

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erstellt am 04.Apr.2016 | 13:44 Uhr

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