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Rendsburg-Eckernförde : Bußgelder gegen Schilderwildwuchs

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Bauamt im Kreis Rendsburg-Eckernförde erfasst zurzeit unerlaubte Werbeanlagen außerhalb geschlossener Ortschaften. Allein 30 hat es bereits an der A7 gefunden.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Der Kreis greift durch: Mit dem Baurecht im Rücken will er erreichen, dass alle Werbetafeln an den Straßen in Rendsburg-Eckernförde verschwinden. Betroffen sind die Schilder außerhalb geschlossener Ortschaften. In den vergangenen Jahren hat deren Zahl offenbar stark zugenommen, etwa an der Autobahn 7. Laut Bauaufsicht handelt es sich bei jedem einzelnen um eine Ordnungswidrigkeit. Wer die Tafeln aufgestellt hat, muss sie nun abbauen. Bußgelder drohen jedoch ohnehin.

Das Kreisbauamt beruft sich auf die Landesbauordnung. „Im Außenbereich ist die Aufstellung von Werbeanlagen grundsätzlich unzulässig. Im Gegensatz zum Innenbereich soll er von einer Besiedelung freigehalten werden“, heißt es in der rechtlichen Begründung des Kreises. Bau-Fachbereichsleiter Dr. Martin Kruse sagte zum sh:z: „Wir haben einen baurechtswidrigen Zustand festgestellt. Die Schilder sind da, es werden immer mehr, und sie sind nach Gesetzeslage wegzuräumen.“ Die Baukontrolleure haben eine erste Liste von 30 unerlaubten „Werbeanlagen“ an der A7 im Kreis angefertigt. Laut Kruse sei sie jedoch noch nicht abschließend. Allein kurz vor dem Autobahndreieck Bordesholm aus Richtung Süden stehen insgesamt zehn Schilder, jedes von mehreren Quadratmetern Größe. Sie werben etwa für das Möbelhaus Ikea und das Einkaufszentrum Citti-Park in Kiel sowie für einen Hochseilgarten in Eckernförde. Neben dieser Ansammlung in Höhe von Schönbek gibt es weitere Tafeln bei Padenstedt, Ehndorf, Wasbek, Krogaspe, Loop und Dätgen, die jeweils für Firmen in der Nähe werben.

Auch der Ort Schülldorf steht auf der Liste. Dort steht an der A7 ein Werbeschild des Hotels Töpferhaus in Alt Duvenstedt. Geschäftsführer Arend Hesse war das bislang unbekannt, da er das Hotel erst seit Ende des vergangenen Jahres mit seinem Geschäftspartner Peter Gross übernommen hatte. Sie seien bereits vom Kreis informiert worden und wollen das Schild nun abbauen. „Jegliche Art von Werbung ist zwar wünschenswert, doch wegen so eines Schildes wollen für uns nicht mit dem Kreis anlegen“, sagte Arend Hesse.

Laut Martin Kruse ist die Erfassung der Werbeanlagen an der A7 der erste Schritt. Die Baukontrolleure seines Fachbereichs nehmen sich künftig auch andere Straßen vor. Dabei spiele es keine Rolle, wie groß die Schilder sind oder wie weit weg sie von der Straße stehen. In jedem Fall sei es keine keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich zieht. Angaben zur Höhe wollte Martin Kruse nicht machen. Aus der Landesbauordnung geht hervor, dass Bußgelder bis zu einer halben Million Euro betragen können. Kruse betonte aber, dass Ordnungswidrigkeitsverfügungen nach dem Aufwand berechnet werden, den der Kreis für die Ausstellung hatte.

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