Stadtverkehr Rendsburg : Bus-Unternehmen müssen mit Konkurrenz rechnen

Foto:

Die Kreispolitik entscheidet, ob der Stadtverkehr im Wirtschaftsraum ausgeschrieben oder direkt vergeben wird.

shz.de von
25. Juni 2014, 06:00 Uhr

Auf den Linien des Rendsburger Stadtverkehrs könnte es zu mehr Konkurrenz kommen. Wenn sich der Regionalentwicklungsausschuss des Kreises heute dazu entscheidet, den Betrieb auszuschreiben, könnten in zwei Jahren sogar Busse aus anderen Ländern der Europäischen Union im Stadtverkehr unterwegs sein. Die Verwaltung warnt: Sollte der Kreis den Auftrag erneut direkt vergeben, verstoße er womöglich gegen Wettbewerbsrecht. Doch die Frist für eine Ausschreibung ist nicht mehr einzuhalten.

Zurzeit bedienen die Unternehmen Timm Heinrich Sievers aus Rendsburg und Graf Recke aus Schacht-Audorf die Buslinien zwischen Nübbel und Rickert, Fockbek und Schleife, Schülp und Osterrönfeld, Schacht-Audorf und Westerrönfeld sowie Mastbrook, Rendsburg und Büdelsdorf. Deren Vertrag mit dem Kreis endet jedoch zum Endes des Jahres 2015. Ursprünglich waren die Verträge laut dem Leiter des Fachdienstes Regionalentwicklung, Volker Breuer, unbefristet abgeschlossen worden. Eine neue Rechtslage auf Grundlage einer EU-Vorgabe seit Januar 2013 befristet solche Vertragsverhältnisse jedoch auf zehn Jahre. „Deshalb müssen wir das jetzt auf neue Beine stellen, sagte Volker Breuer. Ihm zufolge erfüllen die beiden Unternehmen die Voraussetzungen für eine erneute Direktvergabe derzeit nicht. Kriterien dafür ist zum Beispiel die Jahresfahrleistung. Ob die Voraussetzungen noch hergestellt werden können, sei nicht sicher, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Damit könne bei einer Direktvergabe „ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden“. Daher sei die „Ausschreibung die rechtssichere Vergabemöglichkeit“. Die nimmt laut Vorlage jedoch bis zu zwei Jahre in Anspruch. Da der bisherige Vertrag vorher endet, schlägt die Verwaltung vor, als Notmaßnahme den Betrieb für diese Zeit erneut an Sievers und Graf Recke direkt zu vergeben. Für Fahrgäste hat die Entscheidung zunächst keine Konsequenzen. Volker Breuer betonte: „Die Busse fahren weiter.“ Später komme es darauf an, wie die Verträge ausgestaltet werden.

Das finanzielle Volumen für die Aufträge liegt laut Breuer im einstelligen Millionen-Bereich. Er bestätigte, dass sich bereits weitere Bus-Unternehmen für den Stadtverkehr im Wirtschaftsraum Rendsburg interessieren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert