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Sicherer schulweg : „Bus-Engel“ beflügeln das Wir-Gefühl

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Projekt an der Schule Hohe Geest mit 60 engagierten Schülern trägt Früchte. Die „Bus-Enel“ sorgen nicht nur für Sicherheit auf dem Weg zum Unterricht, sondern auch für eine gute Atmosphäre.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 00:00 Uhr

„Früher herrschte in den Bussen das Gesetz des Stärkeren“, sagt Matthias Sievers, „heute ist das Verhalten wirklich besser geworden: Alle stehen beim Einsteigen in Reih und Glied, und die Schüler nehmen Rücksicht aufeinander.“ Matthias Sievers ist „Bus-Engel“ an der „Schule Hohe Geest“ (SHG) und als solcher an jedem Schultag auf der Busfahrt von seiner Heimatgemeinde Hanerau-Hademarschen zum Unterricht in Hohenwestedt (und ebenso auf dem Rückweg) im Dienst.

Insgesamt gibt es an der SHG 60 „Bus-Engel“, die mit Erfolg dafür sorgen, dass es vom Ein- bis zum Aussteigen überaus zivilisiert zugeht. „Es ist absolut vorbildlich, dass die Funktion der Bus-Engel nun schon seit fünf Jahren von unseren eigenen Schülern wahrgenommen wird“, meint Orientierungsstufenleiterin Inke Boye, „an der SHG legen wir wert darauf, dass die Schüler die Schule mitgestalten, und da sind die Bus-Engel ein ganz wichtiges Projekt.“

Seit dem Startschuss 2008 hat sich die Organisation der „Bus-Engel“-Einsätze zu einem ebenso umfangreichen wie ausgefeilten Projekt entwickelt. „Aus einer einfachen Idee ist etwas Großes und Komplexes geworden“, sagt Yannick Noah Stappenbeck aus Hennstedt, der zusammen mit Matthias Sievers die demokratisch gewählte „Doppel-Spitze“ der „Bus-Engel“ bildet. Ohne gute Organisation war die angestrebte Verbesserung des Schülerverhaltens bei den Busfahrten auch nicht zu erreichen, denn 705 der insgesamt 1124 SHG-Schüler kommen mit dem Bus oder Zug zur Schule. „Nach der 6. Stunde starten zehn verschiedenen Buslinien, über den Tag verteilt sind es insgesamt 55 verschiedene Linien“, erläutert Sievers, „und auf jeder Linie sind mehrere Engel im Einsatz, meistens drei, manchmal sogar fünf oder sechs.“

Die „Engel“ haben eine Bus-Ordnung konzipiert, in der alles aufgeführt wird (Schubsen, Vordrängeln, Beleidigungen, Vandalismus), was während der Busfahrten unerwünscht ist. Außerdem gibt es acht „Bus-Engel-Koordinatoren“, die regelmäßig Konferenzen abhalten und über Verbesserungsmöglichkeiten diskutieren. Jeder Schüler, der „Bus-Engel“ werden will, unterschreibt eine freiwillige Verpflichtungserklärung, in der er vorbildliches Verhalten vor und in den Bussen gelobt und verspricht, kleinere Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern der SHG zu schlichten und Regelverletzungen vor und in den Bussen – vor allem verbale und körperliche Gewalt – zügig an die Klassen- und Stufenleitungen weiter zu leiten.

Als Vorbereitung auf den „Bus-Engel“-Dienst gibt es eine zweimonatige Ausbildung, die von Inke Boye und vom Schulsozialarbeiter Joachim Eisenhardt betreut wird. „Da lernen die angehenden Engel, ihre Rolle zu begreifen: Dass sie keine Hilfssheriffs sind, sondern durch ihre Präsenz wirken und vor allem ein waches Auge haben sollen“, betont Inke Boye, „bei schwereren Regelverletzungen sollen sie gar nicht eingreifen, sondern die Kommunikation mit den Klassenlehrern und Stufenleitern suchen.“

Die Zwischenbilanz der Studiendirektorin nach fünf „Bus-Engel“-Jahren fällt rundum positiv aus. „Wir sind eine coole Truppe, in der es allen Spaß macht, Menschen zu helfen“, sagt Boye, „ohne unsere 60 Bus-Engel hätten wir an unserer Schule nicht dieses tolle Wir-Gefühl.“ „Die Bus-Engel werden anerkannt und akzeptiert“, ergänzt Matthias Sievers, „auf manchen Linien ist das Verhalten der Schüler so gut geworden, dass man die Bus-Engel da theoretisch auch ganz abziehen könnte.“


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