Kulturwerkstatt Aukrug : Bundesweite Aktion „Night of Light“ macht auf Notlage der Event-Branche aufmerksam

Eine Nacht lang ganz in Rot: Das Gebäude der „Kulturwerkstatt Aukrug“, vormals „Gasthof Aukrug“, gehört seit 1898 zu den ortsbildprägenden Bauwerken von Innien.
Eine Nacht lang ganz in Rot: Das Gebäude der „Kulturwerkstatt Aukrug“, vormals „Gasthof Aukrug“, gehört seit 1898 zu den ortsbildprägenden Bauwerken von Innien.

In mehr als 250 Städten wurden Gebäude rot illuminiert.

LZHans-JuergenKuehl1.jpg von
23. Juni 2020, 14:22 Uhr

Die Kulturwerkstatt Aukrug eine Nacht lang ganz in Rot: Diese spektakuläre Illumination hatte einen ernsten Hintergrund. Wie bundesweit in 250 Städten sollte auch in Innien auf die pandemiebedingte Notlage der Veranstaltungsbranche aufmerksam gemacht werden. In der Kulturwerkstatt konnten seit dem Start der Coronavirus-Restriktionen keine Events mehr stattfinden – und auch beim Showtechnik-Experten Oliver Holm aus Dätgen sind seit Mitte März keine Aufträge mehr eingegangen.

Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft

„Mit dieser Aktion soll auf die von Corona gebeutelte Veranstaltungsbranche hingewiesen werden“, erklärte Hans-Rainer Hübner, als er vor der ganz in Rot illuminierten Kulturwerkstatt in Aukrug-Innien das Konzept der bundesweiten „Night of Light“ erläuterte. Im Rahmen der landesweiten Aktion wurden Event-Locations und Spielstätten mit rotem Licht beleuchtet wurden, um – so die Initiatoren – „die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft“ ins Bewusstsein zu rücken.

Hans-Rainer Hübner hat vor drei Jahren zusammen mit Ehefrau Sigrid und Tochter Susanne den ehemaligen Gasthof Aukrug in eine „Kulturwerkstatt“ umfunktioniert. Die Betreiber haben sich auf Event-Gastronomie spezialisiert, das heißt: Es finden hauptsächlich Konzerte statt, bei denen die Besucher bewirtet werden.

Auch Veranstaltungstechniker in der Krise

Ein Paradebeispiel war zum Beispiel das „Pott & Roll“-Gastspiel der Charly Schreckschuss-Band vor einem halben Jahr. Eben diese Event-Gastronomie als Hauptstandbein der Kulturwerkstatt ist im Zuge der Pandemie-Restriktionen völlig zum Erliegen gekommen. „Seit dem ersten Tag der Coronavirus-Verordnungen – also seit Mitte März – sind bei uns alle Veranstaltungen abgesagt worden“, teilte Hübner mit.

Oliver Holm, der in Dätgen eine Firma für „Musik Showtechnik Licht“ betreibt, wurde von der Pandemie und den damit verbundenen Verboten ebenfalls kalt erwischt. „Ich war Mitte März gerade bei einer Messe in Amsterdam beschäftigt, von wo ich weiter zur nächsten Messe nach Berlin reisen wollte“, blickt Holm auf seinen bislang letzten Job zurück.

Gemeinschaftsaktion der Eventbranche: Hans-Rainer Hübner, Oliver Holm, Sigrid Hübner und Susanne Bruhn (von links).
Hans-Jürgen Kühl
Gemeinschaftsaktion der Eventbranche: Hans-Rainer Hübner, Oliver Holm, Sigrid Hübner und Susanne Bruhn (von links).
 

An einem Tag noch ein in ganz Europa gefragter Spezialist für Showtechnik, war Holm am nächsten Tag praktisch arbeitslos. „Die ‚Night of Light‘ hat sich in unserer Branche schnell herumgesprochen, und da hab ich die Hübners angesprochen, ob wir uns nicht auch daran beteiligen wollen, und ob ich die Kulturwerkstatt illuminieren darf“, erzählt Holm. Hans-Rainer Hübner gab sein OK: „Wenn’s nichts kostet…“

Wann Event-Gastronomie wieder starten kann, ist fraglich

Der Effekt, den 17 fachmännisch installierte Auto-LED-Scheinwerfer nach Sonnenuntergang bewirkten, konnte sich sehen lassen. „Man braucht also keine große Stadt für so eine Aktion“, bemerkte Holm, „das können auch eine Kulturwerkstatt und eine Eventtechnik-Firma vom Lande auf die Beine stellen.“ Der Firmenchef aus Dätgen leidet vor allem darunter, dass es für ihn „keine Perspektive gibt, wann es mit Aufträgen wieder losgeht.“ In der Kulturwerkstatt Aukrug plant man, ab September wieder zweimal pro Woche „á la carte“- Küche anzubieten. Wann die Event-Gastronomie wieder starten kann, ist fraglich. Vielleicht ja im Herbst, wenn die „Swing Company“ (31. Oktober), die Charly Schreckschuss-Band (7. November) sowie „Yvonne & Friends“ (28. November) erwartet werden.

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