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Flüchtlingscamp : Bundesamt streckt seine Fühler nach Rendsburg aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In dem neuen Erstaufnahmelager für Flüchtlinge werden möglicherweise auch Asylanträge bearbeitet.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Rendsburg | Der strenge Frost verzögert die Umbauarbeiten in der künftigen Erstaufnahmeeinrichtung an der Schleswiger Chaussee. Weil der Boden auf dem Gelände des „Oktogon“ bis in die Tiefe hart gefroren ist, können vorerst keine weiteren Versorgungsleitungen verlegt und Fundamente betoniert werden. In der kommenden Woche sollen die ersten Container angeliefert werden. Bis zum Eintreffen der Flüchtlinge bleibt jedoch noch Zeit. Sie werden nicht vor Februar in Rendsburg erwartet. Einen genauen Termin konnte ein Sprecher von Innenminister Stefan Studt (SPD) auf Anfrage nicht nennen.

Er bestätigte jedoch Informationen, nach denen das Flüchtlings-Camp auf dem Areal der einstigen Feldwebel-Schmid-Kaserne aufgewertet werden könnte. Hintergrund sind die Pläne des Innenministers, landesweit nur noch drei große Durchgangslager zu betreiben (derzeit sind es 14). Die so genannten „qualifizierten Erstaufnahmeeinrichtungen“ sollen außer Unterkunft, Verpflegung und medizinischer Versorgung auch Einrichtungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umfassen. Die Behörde bearbeitet alle Asylanträge. Bisher ist lediglich die Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster so ausgestattet. „Rendsburg ist als möglicher Standort im Gespräch, entschieden ist aber in dieser Sache noch nichts“, sagte Studts stellvertretender Sprecher Hendrik Peters.

Hintergrund: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bekommt deutlich mehr Personal, um die Asylverfahren zu beschleunigen und den Berg von unerledigten Anträgen abzutragen. Ende 2016 soll das BAMF 7300 Mitarbeiter haben – doppelt so viele wie derzeit. Wie viele in Rendsburg einen Arbeitsplatz finden könnten, ist nicht bekannt. Zumal Flüchtlinge, die ab Februar in Rendsburg eintreffen, Vorrang haben dürften. Die Zimmer im ehemaligen Internat der Bundeswehr können voraussichtlich ab der kommenden Woche beheizt werden. Erst wenn die Unterkünfte wieder trocken sind, werden sie mit Betten und anderem Mobiliar ausgestattet, hieß es gestern von Seiten der Polizei vor Ort. In dem gut erhaltenen Komplex, der noch keine 20 Jahre alt ist, stehen mehr als 100 kleine Wohneinheiten zur Verfügung. Vier Flüchtlinge sollen sich eine Bleibe, acht ein Bad teilen. Vorgesehen ist, in den vergleichsweise komfortabel ausgestatteten Zimmern vorrangig erkrankte oder durch die Flucht geschwächte Asylbewerber sowie Frauen und Familien mit Kindern unterzubringen. Nach den Plänen des Landes ist das umzäunte Gelände für bis zu 2000 Menschen vorgesehen. In dem ehemaligen Stabsgebäude soll es eine Schule geben. Am Montag will Innenminister Studt in Kiel zu aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Flüchtlinge informieren.

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