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Havarie : Bugschaden nach Unfall auf dem Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Nacht zu gestern hat es auf dem Nord-Ostsee-Kanal gekracht: Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ist um 3.44 Uhr in der Weiche Schülp bei Rendsburg mit dem Containerschiff „Nordic Bremen“ zusammengestoßen.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 17:51 Uhr

In der Nacht zu gestern hat es auf dem Nord-Ostsee-Kanal gekracht: Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ist um 3.44 Uhr in der Weiche Schülp bei Rendsburg mit dem Containerschiff „Nordic Bremen“ zusammengestoßen. Bei der Havarie wurde niemand verletzt.

Beide Schiffe wurden jedoch bei der Kollision beschädigt. Wie es zu dem Unfall kam, konnten gestern weder die Wasserschutzpolizei noch die Bundesmarine sagen. Die Fregatte trug einen Schaden auf der Backbordseite des Bugs davon. Die Außenhaut wurde knapp unter der Oberkante des Rumpfes auf rund drei Metern aufgerissen. Auch die Reling wurde beschädigt. Inwiefern der unter der Flagge Zyperns fahrende Frachter in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist gestern nicht klar geworden. Nach ersten Meldungen waren lediglich Container betroffen. Das Schiff konnte seine Fahrt jedoch in Richtung Kiel fortsetzen. Auch die Fregatte fuhr weiter und machte in Brunsbüttel für eine Untersuchung fest, bevor es weiter in den Heimathafen ging. „Eine umfangreiche Begutachtung des Schadens wird in Wilhelmshaven stattfinden. Wie in solchen Fällen üblich, hat der Beauftragte für Havarieuntersuchungen der Marine die internen Ermittlungen aufgenommen“, teilte die Bundesmarine mit.

Die „Mecklenburg-Vorpommern“ kam gestern aus Warnemünde. Dort hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering am Montag ein Fahnenband an die Fregatte verliehen. Diese höchste Ehrung gilt als sichtbares Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit einer Regierung gegenüber einem Militärverband. Da es sich bei dieser Fahrt jedoch nicht um einen Einsatz handelte, war das Schiff nicht mit der vollen Besatzung von 236 Soldaten ausgelaufen. Das erklärte Oberleutnant zur See Andreas Klein vom Marine-Pressezentrum gegenüber der Landeszeitung. Als das 139 Meter lange und fast 17 Meter breite Kriegsschiff mit dem Frachter kollidierte, waren etwa 210 Menschen an Bord.

Mit einer Länge von knapp 152 Metern und einer Breite über fast 24 Meter handelt es sich auch bei der „Nordic Bremen“ um ein Schiff größerer Klasse. Deshalb mussten sich Fregatte und Frachter in der Weiche begegnen, um aneinander vorbeifahren zu können.

Die Fregatte war bereits unter Begleitung von zwei Schleppern im Kanal unterwegs, bevor es zu dem Unfall kam. „Das ist immer eine Kommandanten-Entscheidung“, erklärte Andreas Klein. Die Begleitung werde dann aus Sicherheitsgründen angefordert. Hintergrund ist, dass die Fregatten nicht über Bugstrahlruder verfügen, wie sie Handelsschiffe haben. Wenn die großen Kriegsschiffe jedoch im Begegnungsverkehr innerhalb der Weichen die Geschwindigkeit verringern müssen, sind sie schwerer zu manövrieren. In diesen Fällen können die Schlepper helfen. Ob das jedoch der Hintergrund für den nächtlichen Unfall war, ist nicht bestätigt. Für die Weiterfahrt nach Brunsbüttel haben die Schlepper die „Mecklenburg-Vorpommern“ zur Sicherheit an den Haken genommen. Auswirkungen auf künftige Aufträge hat der Schaden laut Andreas Klein nicht. „Der nächste operative Einsatz ist erst für das zweite Halbjahr 2016 vorgesehen“, sagte er.

Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau zufolge sind solche Havarien auf dem Kanal selten. Häufiger seien Alleinunfälle, bei denen Schiffe die Kanalböschung rammen. Das komme etwa einmal pro Monat vor.

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