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Osterstedt : Bürgerwindpark nimmt Arbeit auf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In einigen Tagen geht die erste Windkraftanlage im Bürgerwindpark Osterstedt ans Netz. Die Anwohner gaben ihren „neuen Nachbarn“ Namen: „Emma“, „Frieda“, „Paul“ und „Hugo“.

Die Bauarbeiten im Bürgerwindpark Osterstedt sind so gut wie abgeschlossen. In ein paar Tagen geht die erste Windkraftanlage ans Netz, die übrigen drei Windmühlen folgen dann nach und nach. Dank kreativer Anwohner haben die Anlagen bereits Namen: „Emma“, „Frieda“, „Paul“ und „Hugo“. Zum „Windmühlenfest“ am 23. August (15 bis 18 Uhr) sind alle Osterstedter eingeladen.

Im Oktober 2010 gründeten neun Osterstedter Bürger eine Interessengemeinschaft mit dem Ziel, Windkraftanlagen zu errichten. „Sollen für die Gemeinde Osterstedt Eignungsflächen für die Windenergienutzung nördlich der Ortslage Osterstedts zur Errichtung eines Bürgerwindparks ausgewiesen werden?“ Auf diese Frage antworteten 52,9 Prozent der Einwohner im Oktober 2011 mit „Ja“. „Nach diesem positiven Bürgerentscheid konnten wir schließlich mit unseren Planungen weitermachen“, erzählt Günther Gerstmann, der zusammen mit Günter Hartmann die Geschäftsführung übernahm, als Ende 2012 die „Bürgerwindpark Osterstedt GmbH & Co“ gegründet wurde.

Warum entschied man sich für die Organisationsform eines Bürgerwindparks? „Wir wollten dies Projekt ohne Fremdinvestoren verwirklichen“, erklärt Gerstmann. Bei den nötigen Gemeinderatsbeschlüssen zum Flächennutzungsplan kam der stellvertretende Amtsvorsteher Klaus Bünz zum Einsatz: Weil acht von neun Gemeindevertretern beim Thema Bürgerwindpark als befangen galten, wurde Thadens Bürgermeister von der Kommunalaufsicht als Beauftragter für Windkraft eingesetzt, um die Sitzungen bei diesbezüglichen Tagesordnungspunkten zu leiten (wir berichteten). Sechs Gemeindevertreter sind Kommanditisten des Bürgerwindparks.

„Insgesamt haben wir heute 80 Kommanditisten“, sagt Gerstmann. Diese 80 Anteilseigner haben zusammen das erforderliche Eigenkapital von vier Millionen Euro aufgebracht, um vier Windkraftanlagen der Firma Nordex (Gesamtkosten: 16 Millionen Euro) in Auftrag zu geben. Ende 2014 wurde die Zuwegung zu den geplanten Stellflächen geschaffen. „Die Landwirte sind uns bei den Pachtkosten sehr entgegengekommen“, vermerkt Gerstmann. Die ersten Windmühlenteile wurden vor sieben Wochen angeliefert – und nun sind alle vier Windkraftanlagen erfolgreich aufgestellt worden.

„Die Bauarbeiten haben ganz hervorragend geklappt – wegen schlechten Wetters hatten wir insgesamt nur etwa eine Woche Verzögerung“, bilanziert Gerstmann. In ein paar Tagen soll die erste Windkraftanlage ans Netz gehen. „Die anderen drei Mühlen folgen dann nach und nach“, erläutert Gerstmann, der sich freut, dass die nächsten Anwohner in Osterstedt sich schon Namen für ihre „neuen Nachbarn“ ausgedacht haben: „Emma“, „Frieda“, „Paul“ und „Hugo“.

Am Sonntag, 23. August (15 bis 18 Uhr), lädt der Bürgerwindpark alle Osterstedter zu einem „Windmühlenfest“ ein, bei dem man sich über alle technischen Fragen informieren kann. Für die Kinder stehen eine Hüpfburg und eine Schminkstation bereit. Speisen und Getränke werden zu kleinen Preisen angeboten.

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