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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Bürgermeister kämpfen gegen überfüllte Schulbusse

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Verspätungen, zu wenig Plätze und zurückgelassene Kinder: In einem offenen Brief schildert eine Schülerin aus Bovenau ihre Erlebnisse bei der täglichen Busfahrt zwischen ihrem Heimatort und der Herderschule in Rendsburg.

Rendsburg | Die Vorwürfe wiegen schwer: In einem offenen Brief schildert eine Schülerin aus Bovenau ihre Erlebnisse bei der täglichen Busfahrt zwischen ihrem Heimatort und der Herderschule in Rendsburg. Bereits vor der Sperrung der Rader Brücke sei die Linie 4630 durch die Behinderungen vor dem Rendsburger Kanaltunnel häufig zu spät in Rendsburg eingetroffen. Seit die Lkw ebenfalls durch den Tunnel fahren müssen, habe sich die Situation weiter verschärft. Doch es sind nicht die Verspätungen allein, die angeprangert werden. So seien in Bovenau die Sitzplätze in dem aus Kiel kommenden Bus meist bereits besetzt. Eigentlich kein Problem, doch die mit Sport- und Schultaschen und gelegentlich auch Musikinstrumenten bepackten Schülerinnen und Schülern füllen auch den Raum für Stehplätze schnell. Aufrücken funktioniert dann nicht mehr, auch wenn die Kapazität des Busses formal noch nicht ausgeschöpft ist. Dennoch sei der Bus gelegentlich so voll, dass der Fahrer in Schülldorf an der Haltestelle vorbeigefahren sei. Die Schüler müssten dann auf den nächsten Bus warten – mit der Folge, dass sie die erste Schulstunde verpassten.

„Verspätungen gibt es“, bestätigte Dieter Anders, der Leiter der Herderschule. „Wir wissen allerdings auch, dass wir zurzeit mit der Tunnelsanierung leben müssen und gehen mit Augenmaß an die Situation heran.“ Es lasse sich alles regeln, zumal auch Kollegen gelegentlich wegen unvorhersehbarerer Staus zu spät kämen, sagte Anders.

Die Bürgermeister Bartelt Brouer (Bredenbek), Jürgen Liebsch (Bovenau) und Arnold Schumacher (Ostenfeld) machen sich nun stark für ihre Fahrschüler. In einem Brief an den Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast und Landrat Rolf-Oliver Schwemer als Vertreter der Schulträger und Mitfinanzier des Öffentlichen Nahverkehrs verlangen sie Abhilfe. Kinder, die mehr als eine Stunde im Bus stehen müssten, seien einem erheblichen Stress ausgesetzt. Völlig unverständlich sei es daher, dass ein zusätzlicher Bus der Autokraft, der bis zum Juli eingesetzt wurde, nicht mehr verkehre. Die Bürgermeister fordern die Wiederbelebung dieses Busses, einen Pendelbus zur Fähre in Schacht-Audorf sowie eine verlässliche Haltestelle am Fußgängertunnel in Westerrönfeld.

Ein erster Erfolg dieses Schreibens: Am Donnerstag wird verhandelt. Dann treffen sich die drei Süd-Bürgermeister mit dem Kollegen Gilgenast und Vertretern der Autokraft zum Gespräch in Rendsburg. „Wir werden mit einigen Eltern und Kindern kommen, um dem Gespräch mehr Authentizität zu verleihen“, sagte Jürgen Liebsch. Die bisherigen Gespräche auf Amtsebene seien immer sehr formal verlaufen. Das wollen er und seine Kollegen nun ändern.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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