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Bürgerforum stellt Fragen zur NS-Zeit in Nortorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Offener Brief an die Stadtverordneten / Antwort erwarten die Absender bis zur ersten Sitzung im neuen Jahr

von
erstellt am 18.Dez.2013 | 00:34 Uhr

In welcher Form wollen die Kommunalpolitiker die Nortorfer NS-Geschichte aufarbeiten? Und wie wollen sie engagierte Bürger in ihrer Arbeit unterstützen? Diese Fragen stellt das Nortorfer Bürgerforum den Stadtverordneten in einem offenen Brief. Eine gemeinsame Arbeit von Politik und Bürgerforum wurde jedoch bislang von Stadt und Politik abgelehnt. Eine Stellungnahme zu dieser Frage erwartet das Bürgerforum bis zur ersten Stadtverordnetenversammlung im kommenden Jahr.

In dem offenen Brief, der auch an den Kirchengemeinderat der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nortorf verschickt worden ist, erläutert das Bürgerforum auf drei Seiten, wie sich Personen, wie zum Beispiel Bundespräsident Joachim Gauck, Kulturministerin Anke Spoorendonk oder auch Ministerpräsident Torsten Albig gegen das Vergessen einsetzen. Auch andere Gemeinden würden sich für die Aufarbeitung der NS-Zeit aussprechen; nur in Nortorf habe man bislang keine Unterstützung seitens der Kommunalpolitiker erhalten. „Nicht einmal zu einem Gespräch über die bisherige Aufklärungsarbeit des Forums ist es bisher gekommen“, heißt es in dem Schreiben. Sowohl die Verweigerung, einen Gedenkstein mit den Namen der NS-Opfer bereitzustellen (wir berichteten mehrfach), als auch die unzureichenden Mittel, die Stadtgeschichte in einer Chronik aufzuarbeiten, verärgern das Bürgerforum. Am 12. November präsentierte der Historiker Matthias Jürgensen in einem Kolloquium an der Kieler Universität seine bisherigen Forschungsergebnisse. Jürgensen wurde von der Stadt beauftragt, die Chronik aufzuarbeiten. In seinem Vortrag sei deutlich geworden, dass die ihm zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreiche, die NS-Jahre angemessen zu berücksichtigen. Deshalb wurde seitens des Historikers vorgeschlagen, diese Aufgabe dem Bürgerforum Nortorf zu übertragen. Die Ergebnisse der Arbeit sollen dem neuen Chronikband als CD beigefügt werden. Diesen Vorschlag lehnt das Bürgerforum jedoch strikt ab. „Wir sind der Meinung, dass eine solch beigefügte CD einer Stadt wie Nortorf unwürdig ist“, betont das Bürgerforum.

Den offenen Brief hat Bürgermeister Horst Krebs bislang „nur einmal quer gelesen, mehr Zeit blieb dafür bislang nicht.“ Allerdings wolle das Gemeindeoberhaupt mit den Stadtverordneten beratschlagen, „und dann sehen wir weiter.“ Das Ultimatum, bis zur ersten Stadtverordnetenversammlung im nächsten Jahr eine Stellungnahme abzuliefern, „habe man im Blick“, sagte Krebs auf Nachfrage der Landeszeitung.

Dieter Schlüter, Sprecher des Bürgerforums, sagt: „In dem Brief haben wir eine gezielte Fragestellung, nicht ob die Stadtverordneten was machen wollen, sondern in welcher Form.“ Das Bürgerforum wolle nicht kritisieren, sondern lediglich anregen und hoffe in Zukunft auf eine konstruktive und gemeinsame Zusammenarbeit. In der Vergangenheit gab es immer wieder „eine negative Schleife“, so Schlüter. Diese wolle man endgültig durchbrechen.

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