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„Neue Heimat“ : Bürgerbegehren erhält viel Zuspruch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Initiatoren bisher zufrieden mit Unterschriftensammlung für städtische Trägerschaft des Pflegeheims „Neue Heimat“.

von
erstellt am 20.Okt.2017 | 11:01 Uhr

13 Tage nach dem Start des Bürgerbegehrens „Neue Heimat“ berichten die Initiatoren von einem großen Zuspruch. „Wir haben eine ganz tolle positive Resonanz. Viele sagen: Egal wie teuer es ist, das Heim soll in kommunalen Händen bleiben“, sagte gestern Ulrike Klinger, Personalratsvorsitzende des Pflegeheims. Wie viele Rendsburger bereits unterschrieben haben, rechnete sie noch nicht aus. „Wir sammeln die Bögen und zählen sie, sobald es sich lohnt.“

Wie berichtet, fasste die Ratsversammlung vor einer Woche den mehrheitlichen Beschluss, die Regie des defizitären städtischen Hauses in fremde Hände zu legen. Das Heim soll ein städtischer Betrieb bleiben, künftig aber unter der Leitung des Vereins „Brücke Rendsburg-Eckernförde“ stehen. Im Juli beschloss die Ratsversammlung auf Antrag von CDU, Grünen und Modernes Rendsburg, die Gründung einer Gesellschaft vorzubereiten. „Durch Gründung einer GmbH mit einem Mitgesellschafter, der seine betriebswirtschaftliche Erfahrung im Pflegebereich mit einbringt, erwarten wir ein Führen der Einrichtung bei hoher Qualität in der Pflege in einer Art und Weise, dass wieder schwarze Zahlen geschrieben werden“, hatte Ratsfrau Sabine Stechmann (Modernes Rendsburg) zu Protokoll gegeben. Auch Verträge zur Überleitung des Personals und des Vermögens sollen ausgearbeitet werden.

Dagegen zielt das Bürgerbegehren darauf, das Heim weiterhin in städtischer Trägerschaft zu führen. Wenn Betreuerin Susanne Reitel, Altenpflegerin Galina August und Pflegehelfer Marcel Merkert als Initiatoren in sechs Monaten die Namen von 1803 Unterstützern vorlegen können, kommt es zum Bürgerentscheid. Die Aktiven gehen von Haus zu Haus, sprechen Passanten vor Supermärkten und auf dem Wochenmarkt an. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Matthias Bruhn gab gestern die Unterschriften seiner Vorstandsmitglieder im Heim persönlich ab und holte sich neue Listen. Er will sie sämtlichen 120 SPD-Mitgliedern vorlegen. „Mindestens eine Pflegeeinrichtung muss in kommunaler Hand bleiben, als Regulativ und als Notnagel“, forderte er.

Ein erstes Ziel des Begehrens sieht Bruhn darin, dass die Bürger Einblick in das Angebot der „Brücke“ erhalten. Susanne Reitel stellt den Passanten regelmäßig das Eigenkonzept der Einrichtung vor; mit einer Investition von fast zehn Millionen Euro ließen sich ab 2022 schwarze Zahlen schreiben. „Aber dann fragen die Bürger: Und wo sind im Vergleich dazu die Kosten der Kooperation?“ Bruhn: Wenn das Begehren Erfolg hat, müssten diese Zahlen offengelegt werden, damit sich die Menschen auf den Entscheid vorbereiten können.

Reitel bezweifelt, dass die Stadt durch die Kooperation spart. Sie könnte Mitarbeiter aus der „Neuen Heimat“ abziehen, müsste sie dann aber anderweitig beschäftigen. Die Personalkosten würden an anderer Stelle im Haushalt wieder auftauchen.

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