zur Navigation springen

Betreten erlaubt : Bürger dürfen Rader Insel betreten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Oberverwaltungsgericht weist Zulassung auf Berufung gegen früheres Urteil ab.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Die Rader Insel ist keine Sperrzone mehr. Zumindest der Gertrudenweg darf nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig betreten werden. Damit endet ein Streit, der über mehrere Jahre gedauert hat.

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hatte bereits 2013 entschieden, dass Bürgern der Weg in die freie Landschaft ermöglicht werden muss. Das galt auch für die Privatstraße Gertrudenweg, die vom Südwesten der Insel nach Nordosten bis unterhalb der Rader Hochbrücke verläuft. Sie gehört zur Firma Schreiber, die dort einen Yachtservice betreibt. Die hatte Schilder mit der Aufschrift „Keine öffentlichen Wege“ sowie „Unbefugtes Betreten und Befahren verboten“ aufgestellt. Nachdem der Kreis das Unternehmen 2010 aufgefordert hatte, die Schilder abzubauen, begann der Rechtsstreit. Die Untere Naturschutzbehörde begründete die Aufforderung damit, dass der gesperrte Weg im Sinne des Naturschutzrechtes in freier Landschaft liege und deshalb nicht für Erholungssuchende gesperrt werden dürfe. Die Gegenseite betrachtete die Straße jedoch als Teil des Betriebsgeländes und begründete die Sperrung mit der Gefahr, die für Spaziergänger und Radfahrer von großen Schiffstransporten ausgehe. Die Firma reichte 2011 Klage gegen den Bescheid des Kreises ein, unterlag aber vor dem Verwaltungsgericht. Daraufhin wollte sie ihn Berufung gehen. Das verweigerte der 1. Senat des Oberlandesgerichts Schleswig in einem Beschluss vom 20. Februar. Deshalb ist das Urteil nun rechtskräftig. Es ist also erlaubt, die Straße zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu nutzen. Das bestätigte auch Falk Hurrelmann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, der Landeszeitung. Die Firma Schreiber muss die Beschilderung am Beginn des Gertrudenwegs anpassen. Was genau zu tun ist, will Hurrelmann kommende Woche gemeinsam mit Rechtsexperten aus dem Kreishaus und Vertretern der Gemeinde Borgstedt, auf deren Gebiet der Zugang zur Insel liegt, klären.

Die Öffnung der Straße bedeutet nicht, dass Spaziergänger bis ans Wasser gelangen können, denn der Gertrudenweg endet nach mehreren hundert Metern unterhalb der Rader Hochbrücke – dort geht es nicht weiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen