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Alles Theater : Bühne frei für den Theater-Umzug

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ortswechsel von Schleswig nach Rendsburg: Zum Auftakt entstehen zwei neue Probenräume im ehemaligen Telekom-Gebäude.

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Die Szenen spielen sich im Dachgeschoss ab. In den Hauptrollen sind schwarz gekleidete Handwerker zu sehen. Die Requisiten bestehen aus Baumaterial, Zollstock und Bohrmaschine. Die Dramaturgie übernimmt Dieter Linowski. Unter der Regie des technischen Leiters werden derzeit im ehemaligen Telekom-Gebäude zwischen Jungfernstieg und Am Holstentor im vierten Stockwerk zwei neue Probenräume für Schauspieler gebaut. Die Arbeiten bilden den ersten Akt beim Umzug des Landestheaters, das seinen Sitz von Schleswig nach Rendsburg verlegt.

„Hier entsteht der tägliche Arbeitsplatz für die Darsteller“, beschreibt Dieter Linowski das künftige Herzstück des neuen Theater-Domizils. Jeweils vormittags und abends werden die Proben für die Stücke laufen. „In Schleswig gab es drei Probemöglichkeiten, die durch den Umzug wegfallen“, berichtet der Technik-Leiter, der seit 1985 beim Landestheater beschäftigt ist. Daher habe Ersatz geschaffen werden müssen. Die beiden Räume im Obergeschoss des Gebäudes direkt neben dem Stadttheater seien saniert übergeben worden, müssten allerdings noch von den 30 Bühnentechnikern theatertauglich ausgestattet werden. Das Team ist am Theater verantwortlich für Licht, Ton und Kulissen. „Wir haben zum Beispiel den Boden mit Holzplatten ausgelegt, um darauf bei Bedarf Löcher für die Kulissen bohren zu können.“

Die Premiere für die robusten Holzfußböden rückt näher. Nach Pfingsten beginnt nämlich die heiße Phase der Verlegung von Schauspiel und Verwaltung aus Schleswig in Richtung Rendsburg. An der Schlei werden schon fleißig Kartons gepackt. Am 23. Mai fällt das offizielle Startsignal für den Ortswechsel. Bis zum 15. Juni soll der Umzug vollständig abgeschlossen sein – mit allen Requisiten, Kostümen und Verwaltungsunterlagen. Knapp 1500 Quadratmeter umfasst das neue Zuhause der Landestheater-Familie gegenüber vom Jungfernstiegbecken. Auch Dieter Linowski wird sein bisheriges Büro auf der Schlossinsel in Schleswig verlassen und sich in dem Haus mit den beiden Proberäumen im Oberstübchen einrichten.

„Die Nähe zueinander wird wachsen“, freut sich der Technik-Chef. In Schleswig seien die Bereiche des Landestheaters auf sechs verschiedene Adressen in der Stadt verteilt gewesen. „Für die Autofahrten wurde viel Zeit sinnlos verbraucht.“ Im Rendsburger Quartier seien nun alle Kollegen des Schauspiel-Bereichs in enger Nachbarschaft konzentriert. Auch das ehemalige Telekom-Gebäude findet den Beifall des Fachmanns. „Hier sind die Voraussetzungen für unsere Arbeit sehr gut.“

Die Schauspieler werden erstmals am 23. Mai auf den neuen Bühnenbrettern des ehemaligen Dachbodens stehen. An diesem Tag sollen im kleinen Proberaum die Vorbereitungen auf das Schauspiel „Supergute Tage“ und im großen Zimmer nebenan für das Stück „Eine Familie“ beginnen. Dieter Linowski ist sich sicher, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Bühnentechniker seien es gewohnt, auf einen Tag hinzuarbeiten. Denn im Theaterbetrieb gelte am Ende nur eins: „Der Vorhang muss aufgehen.“

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