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Rader Hochbrücke : Brücken-Desaster: „Ein Glück, dass jetzt keine Urlaubszeit ist“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die auf Straßen angewiesene Wirtschaft fordert einen sofortigen Start der Planungen für neue Kanalquerung.

Sie müssen tagtäglich über die Rader Hochbrücke: Die Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Rendsburg sind vom Lkw-Tempolimit besonders betroffen. Was sagen die Spediteure dazu, dass Laster zur Schonung des Bauwerks ab Montag nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren dürfen?

„Das ist schon ein Graus“, meint Rudolf Kranker. „Die Baustellen auf der A7 und jetzt noch die Einschränkungen auf der Rader Brücke.“ Der Spediteur aus Büdelsdorf (Kranker Transporte GmbH), der seine drei Kranwagenfahrzeuge häufig in Richtung Hamburg schickt, hält es für besonders schlimm, dass noch keine konkreten Planungen für einen Brückenersatz vorliegen. „Bis jetzt ist noch nichts passiert, nur bla-bla-bla.“ Er spricht sich für eine kombinierte Tunnellösung für Straße und Schiene aus. Dass die hundert Jahre alte Eisenbahnbrücke noch 50 Jahre halte, sei ausgeschlossen. Sie sei nicht für den Verkehr der Zukunft geeignet. Es sei „eigentlich ein Glücksfall“, dass man jetzt mit einem kombinierten Tunnel für Bahn und Autos eine zukunftsfähige Kanalquerung bauen könnte.

„Ein Tunnel wäre optimal, aber es geht um das Machbare“, sagt Norbert Bahr von der CT Charter & Transport GmbH in Büdelsdorf. Wenn das Geld da sei, solle ein Tunnel gebaut werden, sonst die kostengünstigere Brücke. Allerdings sei bedenklich, dass in den Planungen nur eine vierspurige Brücke über den Kanal vorkomme. „Das ist bedenklich, das ist nicht weit genug gedacht.“ Auf der wichtigen Nord-Süd-Achse müsste eine sechsspurige Fahrbahn gebaut werden, wie sie auch im Verlauf der A7 nach Hamburg entsteht.

„Ein Glück, dass jetzt keine Urlaubszeit ist“, schaut Andreas Kranker, Geschäftsführer der Umwelt-Transport-GmbH (UTH) aus Borgstedt auf die nächsten Wochen. Aber schon in den Herbstferien werde es zu Verzögerungen und Staus wegen der Einschränkungen auf der Rader Brücke kommen, befürchtet er. Die Zeitverzögerungen seien zwar noch nicht einzuschätzen, aber bei 16 Fahrzeugen im Einsatz würden schnell einige Stunden am Tag zusammen kommen. „Und das kostet Geld.“ Noch dazu sei nicht vorherzusehen, ob es weitere Einschränkungen für den Schwerlastverkehr auf der Brücke geben werde. Den Bau eines Tunnels für Straße und Schiene würde Kranker favorisieren. „Die Eisenbahnhochbrücke hält keine 50 Jahre mehr, das ist Schönrederei“, meint er.

„Eine neue Brücke über den Kanal“ hält Thomas Birkhölzer für die richtige Lösung. Deren Bau sei kostengünstiger als der eines Tunnels. „Aber die Fahrbahn muss sechsspurig sein“, fordert der Geschäftsführer der Rendsburger Spedition Longline. Mit den bevorstehenden Geschwindigkeits-Beschränkungen auf der Rader Brücke „könne man zur Not leben“, sagt Birkhölzer. „Aber sie stören schon und halten uns auf.“

Gorm Iver Gondesen, Geschäftsführer von „17111 Transit Transport & Logistik“ plädiert „für einen Tunnel, möglichst in Kombination mit einer Eisenbahntrasse“. Dass die jetzige Eisenbahnhochbrücke kein Engpass ist, trifft nicht zu, meint er. Sein Unternehmen habe schon mehrfach versucht, Güter auf die Schiene zu verlagern – dabei sei man aber immer auf zahlreiche Probleme gestoßen. „Sinnvoll wäre, schon jetzt mit der Planung zu beginnen, weil die Politik immer Jahre zu spät dran ist.“ Dem Tempolimit für Laster sieht Gondesen mit Gelassenheit entgegen. „Das wird nicht gleich zu Staus führen.“



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