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Rendsburg : Brücken-Blitzer ab Montag in Betrieb

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hochmoderne Messtechnik kann zwischen Lastwagen und Pkw unterscheiden. Auch Autofahrer müssen mit einem „Ticket“ rechnen.

Schwere Zeiten für Raser auf der Rader Hochbrücke: Die vier neuen Blitzer-Säulen auf dem maroden Bauwerk im Verlauf der Autobahn 7 werden ab Montag scharf geschaltet. Das gab Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern bei einem Ortstermin hoch über dem Nord-Ostsee-Kanal bekannt. Seit Anfang des Monats läuft die Anlage im Testbetrieb. Bereits jetzt rollt der Fernverkehr merklich langsamer als früher über die Querung.

Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen auf der Autobahnbrücke nur noch höchstens 60 fahren, für Pkw und Motorräder gilt bei guten Windverhältnissen Tempo 100, bei Sturm müssen auch ihre Fahrer vom Gas gehen. Die Blitzer sollen dazu beitragen, dass sich insbesondere Lkw an die Geschwindigkeitslimits halten. Aber auch Autos werden geblitzt. Nach Einschätzung von Experten hat die wichtigste Brücke des Landes noch eine Nutzungsdauer von elf Jahren.

„Insbesondere bei den Lkw über 7,5 Tonnen ist die Einhaltung des geltenden Überholverbots und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für den Erhalt der Brücke elementar“, sagte der Minister. Dadurch würden die Schwingungen verringert und die Fahrbahnplatte entlastet. Meyer: „Die installierten Geräte sind in der Lage, automatisch zwischen Lkw und Pkw zu unterscheiden – das ermöglicht eine umfassende Kontrolle.“ Die Auswertung der Bilder und die Ahndung der Verstöße werden von der Landespolizei übernommen. Es gehe in erster Linie um den Erhalt der Substanz der Rader Brücke, so Meyer, deshalb werde auch ausdrücklich vor den stationären Messgeräten gewarnt. Wobei das Hinweisschild „Radarkontrolle“ technisch gesehen nicht richtig ist. Die von einer Spezialfirma in Nordrhein-Westfalen installierten Blitzer arbeiten mit hochmodernem Laser. Das in Deutschland seit 2013 zugelassene System wirft feinste Strahlen fächerförmig über die Fahrbahn. 100-fach pro Sekunde wird so ein bis zu zehn mal 30 Meter großer Bereich nach rollenden Objekten abgesucht. 182 Messpunkte erfassen jeden Winkel einer Karosserie und machen die Unterscheidung zwischen einem Kleinwagen und einem Laster möglich.

Für das menschliche Auge sind die Laserstrahlen weder zu erkennen noch gefährlich, wie ein Mitarbeiter der Spezialfirma versicherte. Nachteil für Zu-Schnell-Fahrer: Die Fotos aus den Blitzersäulen sind so scharf, dass auch andere Vergehen problemlos von der Polizei erkannt werden können. Ist ein Lastwagen verbotenerweise auf der linken Spur unterwegs, kostet das den Fahrer 70 Euro und einen Punkt in Flensburg. Mit 60 Euro und ebenfalls einem Punkt ist dabei, wer in die Blitzer-Falle getappt ist und dabei auch noch ein Handy am Ohr hat.

Die Einnahmen teilen sich der Kreis Rendsburg-Eckernförde (Bußgeld) und das Land (Ordnungswidrigkeiten). Die Kosten für alle vier Blitzer betragen nach Angaben aus dem Ministerium 250  000 Euro.

Minister Meyer kündigte beim Ortstermin eine erneute gründliche Überprüfung der Rader Hochbrücke in den kommenden Wochen an. Aus diesem Grund müssen Autofahrer vom 21. bis 24. September zwischen 9 und 15 Uhr mit leichten Behinderungen auf der Brücke rechnen. Ergebnisse der Überprüfung werden laut Meyer im November erwartet.

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erstellt am 10.Sep.2015 | 06:00 Uhr

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