Kropp : Broschüre erinnert an Wolfgang Haberhauffe

Schulprojekt: Broschüre über Wolfgang Haberhauffe.
Schulprojekt: Broschüre über Wolfgang Haberhauffe.

Projekt an der Geestlandschule über ein Opfer der NS-Zeit abgeschlossen.

shz.de von
19. März 2013, 08:25 Uhr

Kropp | "Das war Geschichtsunterricht mal ganz anders, interessant, spannend und lehrreich dazu", sagte Renè Schmidt aus der Klasse R10c der Geestlandschule. Im vergangenen Schuljahr hatten die Schüler ihr Projekt "Wolfgang Haberhauffe" abgeschlossen und als Ergebnis ihrer halbjährigen Arbeit eine 35-seitige Broschüre herausgebracht.

Der Historiker Erich Koch entdeckte bei seinen Forschungsarbeiten Briefe des Kropper Jungen Wolfgang Haberhauffe aus den Jahren 1942/43 aus dem Lager Auschwitz-Birkenau an seinen Vormund Pastor Ernst-Theo Rohnert, Leiter der "Kropper Anstalten", wie die Stiftung Diakoniewerk damals hieß. Geschichtslehrerin Melanie Jürgensen, die die Zeit des Nationalsozialismus auf dem Lehrplan hatte, nutzte die Forschungsergebnisse um dieses Projekt zu starten.

Spurensuche


Dass Wolfgang Haberhauffe als Opfer der Nazis in Kropp geboren und in Kropp zur Schule gegangen war, motivierte die Jungen und Mädchen besonders, um auf weitere Spurensuche zu gehen.

Man teilte sich in Gruppen ein, die die verschiedenen Themenbereiche behandelten. Besuche in der Stiftung Diakonie, im Gemeinschaftsarchiv Schleswig und eine Fahrt in das KZ Neuengamme gehörten dazu. Auf dem Friedhof wurden Grabsteine inspiziert. Erich Koch stellte in einem Vortrag seine Forschungsergebnisse vor und Zeitzeugen wie Uwe Jeß, Herbert Schaak und Erika Fedder wurden befragt. "Gab es weitere Opfer der NS-Zeit aus Kropp?", "Was sind die Hintergründe der Verhaftung?", "Wie war die Kindheit des Jungen?", wie die Lebensverhältnisse der Familie Haberhauffe, das waren unter anderem Fragen, mit denen sich die jungen Historiker mit Eifer beschäftigten. Es wurde geforscht und recherchiert über "Kropp in der NS-Zeit" und das Leben der Häftlinge im Konzentrationslager.

"Das hat richtig Spaß gemacht", war die einhellige Meinung der Schüler. Man habe zahlreiche Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln können und einen tiefen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus erhalten, den man ohne diese intensive Forschung kaum erhalten hätte.

Die Arbeit des Projekts wurde in einem Film dokumentiert. Zur Erinnerung an Wolfgang Haberhauffe wurde außerdem eine Erinnerungstafel an das Haus Pella in der Stiftung Diakoniewerk angebracht, in dem er seine Kindheit verbracht hat.

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