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Feuer in Prinzenmoor : Brandstelle noch nicht freigegeben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Kripo lässt auf sich warten, während das Landwirtsehepaar nach dem Großbrand in Prinzenmoor den Schutthaufen gern schon aufräumen möchte. Für die Kühe wurde ebenfalls eine Übergangslösung gefunden.

Prinzenmoor | Es ist ein trauriges Bild in der Prinzenmoorer Dorfstraße 21. Der Stall liegt in Schutt und Asche. Das landwirtschaftliche Gebäude ist in der Nacht zum Sonnabend (wie berichtet) völlig niedergebrannt: Verklumptes Stroh, verkohlte Balken und verbogene Eisenteile liegen umher. Von Aufräumarbeiten kann noch keine Rede sein. Denn nichts darf angerührt werden. Die Brandstelle ist noch nicht freigegeben. Erst in einigen Tagen werde die Kripo zur Untersuchung der Brandstelle kommen, berichtet Altbäuerin Annelie Schildberg ärgerlich, denn am liebsten würden die Familien-Mitglieder sofort die Ärmel aufkrempeln und den Unrat wegschaffen.

Denn Resignation ist nicht die Sache von Landwirt Hans-Jörg Schildberg und Ehefrau Britta Hellwege: „Wir packen das“, sagen beide zuversichtlich am Tag nach dem Brand. Beeindruckt zeigt sich der Bauer vom Einsatz der Feuerwehrleute – insbesondere der Aktiven aus dem Dorf. „Es ist eine Top-Leistung, die meine Kameraden aus Prinzenmoor beim Bekämpfen des Brandes auf meinem Hof gebracht haben“, sagt Schildberg voller Anerkennung.

Er selbst sei in der Nacht durch einen lauten Knall aufgewacht, da hätten die Flammen bereits hoch aus dem Dach des Stalls herausgeschlagen. Bei der Alarmierung der Leitstelle in Kiel habe er die Frage, wie groß das brennende Objekt sei, mit „80-Meter-Stall“ beantwortet. Die Prinzenmoorer seien zuerst angerückt und hätten, ohne viel zu Debattieren, die Schläuche ausgelegt, um das wenige Meter entfernte Wohnhaus und die Stallungen sowie benachbarte Gebäude vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen.

Kurz danach seien die weiteren Löscharbeiten durch die schnell eintreffenden Wehren aus Hohn, Hamdorf, Elsdorf-Westermühlen, Bargstall, Breiholz, Nübbel sowie die Feuerwehr Rendsburg, die Fluplatzfeuerwehr des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63 unter der technischen Einsatzleitung des Kreisfeuerwehrverbandes wie ein Uhrwerk abgelaufen, merkt Schildberg lobend an.

Noch während die Feuerwehrleute auf dem Milchvieh-Betrieb waren, musste Hans-Jörg Schildberg sein dringlichstes Problem lösen. Im Feuer verglüht waren auch Melkstand und -anlage. Und rund 100 Kühe mussten auch nach der Schreckensnacht gemolken werden. Schnelle Hilfe war gefragt, und die sei prompt gekommen: „Meine Melkmaschinenfirma stellte mir unverzüglich einen mobilen Not-Melkstand mit acht Plätzen auf dem Hof auf.“ Für die Kühe, die jetzt noch tagsüber auf der Hauskoppel sind, sei der neue Melkplatz natürlich eine Umstellung: „Aber die lernen das.“

Über Konsequenzen aus dem Großbrand will sich Bürgermeister Hans-August Ammon kümmern. Beim Löscheinsatz sei zwar alles „spitzenmäßig“ gelaufen, aber es sei klar geworden, dass die Wasserversorgung des Dorfes für den Ernstfall nicht ausgelegt sei. Mit dem Thema werde sich die Gemeindevertretung beschäftigten müssen, meint Ammon: „Ich werde mit Otto Oldach sprechen“, kündigt der Bürgermeister an. Der ehemalige Amtsvorsteher Hohner Harde ist Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbandes Mitteleider mit Sitz in Erfde.

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