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Jubiläum : Bränden die Stirn bieten – seit 1892

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kreisfeuerwehrverband feiert sein 125-jähriges Bestehen mit Festkommers und großem Blaulichttag.

„1264 – Rendsburg brennt.“ Unter dieser Überschrift beginnt die Geschichte des Feuerwehrwesens, die der Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde zu seinem Jubiläum in einer eigenen Chronik zusammengefasst hat. Das 125-jährige Bestehen wird am Freitag, 5., und Sonnabend, 6. Mai, gebührend gefeiert.

Karl-Heinz Mücke aus Kronshagen hat die Chronik federführend zusammengestellt. Das Feuer damals sei der erste schriftlich überlieferte Brand, erklärte der 75-Jährige. Zu dieser Zeit standen die Menschen Schadenfeuern hilflos gegenüber. Es blieb ihnen nur die Möglichkeit, mit Eimern voller Wasser gegen die Brände zu kämpfen, oft ohne Erfolg. Das führte vor allem in den dicht bebauten Städten häufig zu großen Feuersbrünsten. Die Verbote, Dächer mit Stroh zu decken, wurden selten befolgt. „Im Mittelalter wurden Brände als gerechte Strafe Gottes angesehen“, stellt Mücke in seiner Chronik fest. In Rendsburg wurde 1696 die erste Feuerspritze beschafft, Eckernförde folgte 1721. Ein „Reglement für Freiwillige Feuerwehren“ wurde 1883 erstellt, mit den Gründungen ging es allerdings langsam voran. 1888 gab es im Kreis Eckernförde erst vier, im Kreis Rendsburg erst sieben Freiwillige Feuerwehren. Auf zwei Großbrände geht Mücke in seiner Chronik besonders ein. Am 15. Oktober 1909 brannten in Schmalstede fünf Anwesen ab. Heftiger Sturm und Wassermangel erschwerten damals die Brandbekämpfung. In Eckernförde brannten am 23. Juli 1912 am Hafen eine Kistenfabrik mit Dampfsägerei, Kohlen- und Holzschuppen sowie mehrere Häuser ab. Dabei war die Dampfspritze der Wehr 33 Stunden ununterbrochen in Betrieb.

Auf 254 Seiten wird die Geschichte des Feuerwehrwesens in den früheren Kreisen Rendsburg, Eckernförde und Bordesholm umfassend und detailliert dargestellt. Karl-Heinz Mücke, der 24 Jahre lang Wehrführer in Kronshagen war, sammelte viele der Informationen bei zahlreichen Besuchen im Landesarchiv in Schleswig. Auch beruflich war er als Beamter in der Kommunalaufsicht mit den Feuerwehren beschäftigt. Unterstützt wurde er beim Erstellen der Chronik von Jürgen Beyer von der Feuerwehr Schülldorf und Wolfgang Funk von der Feuerwehr Gokels. Die Sparkassen und die Volksbanken-Raiffeisenbanken im Kreis Rendsburg-Eckernförde steuerten jeweils 5000 Euro für den Druck der 1000 Exemplare bei. „Ohne diese Unterstützung hätten wir nur eine getackerte A4-Version bekommen“, so Kreiswehrführer Mathias Schütte.

Auch der Kreis unterstützt die Jubiläumsfeier, die am 5. Mai um 17 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Christkirche und einem nachfolgenden Festkommers mit 300 geladenen Gästen in der Deula-Halle beginnt. „Wir wollten nicht, dass die Gäste beim Kommers Eintritt bezahlen müssen“, begründete Kreispräsident Lutz Clefsen das finanzielle Engagement. Der Dank des Kreises gelte den rund 7900 Feuerwehrleuten in den 185 Freiwilligen Feuerwehren und den 1000 Jungen und Mädchen in den 40 Jugendfeuerwehren, betonte Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer.

Am Sonnabend, 6. Mai, findet von 10 bis 16 Uhr ein öffentlicher Aktionstag auf dem Gelände der Deula statt. Mit „Feuerwehr im Wandel der Zeit“ ist das Programm überschrieben. Informationsstände und Vorführungen aus vielen Bereichen der „Blaulichtorganisationen“ werden geboten. Die Feuerwehrmusikzüge Jevenstedt (10.15 Uhr), Borgstedt (11.45 Uhr), Elsdorf-Westermühlen (13.15 Uhr) und Hohenwestedt (14.15 Uhr) werden Platzkonzerte geben. Die Puppenbühne „Roter Hahn“ spricht in drei Aufführungen um 11, 12.30 und 15 Uhr vor allem die jungen Besucher an. Um 11.30 Uhr startet der 125er-Jubiläumslauf. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Vorführung einer Höhenrettung durch die Berufsfeuerwehr Kiel. Dabei kommt auch ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Einsatz.

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