Boxbergholz zum selber sägen für den Kamin

Einige Dutzend Kaminbesitzer nutzten am Wochenende das Angebot des Naturschutzrings Aukrug, sich auf dem Boxberg mit Brennholz einzudecken. Vor einer Woche waren knapp 200 Bäume gefällt worden, um die Standortbedingungen für die Boxberg-Heide zu verbessern.

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17. Februar 2009, 10:01 Uhr

Aukrug | "Das ist eine sehr schöne Aktion vom Naturschutzring Aukrug", lobte Roger Lütjens aus Innien, als er Sonntagmittag eine weitere Fuhre Holz für den heimischen Kamin vom Westhang des Boxbergs abtransportierte. Unterstützt wurde er dabei von Burkhardt Wolf, der den Brennholzwerbern mit seinem Traktor zur Seite stand. "Wir hatten die Baumstämme ja an die Rückegassen bringen lassen", erklärte Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Ullrich mit Blick auf die Baumfällaktion, bei der am Montag vor einer Woche fünf Schleswiger Kaltblüter ganze Arbeit geleistet hatten (wir berichteten), "aber durch den Schnee konnten wir die Leute ja nun nicht mit ihren eigenen Autos auf das Gelände lassen, sondern mussten selber dafür sorgen, dass das Holz rausgefahren wird." Was nun mit zusätzlichem Aufwand für den Verein verbunden sei, wie Ullrich anmerkte. Während Lütjens sein Holz zum wartenden Anhänger auf dem Parkplatz transportiert bekam, war am Südhang Thomas Möhl noch fleißig mit seiner Motorsäge zugange. "Wir waren alle drei Tage hier, und wir haben etwa sechs Raummeter geschafft", freute sich der Böker.

Niklas Ullrich zog derweil eine rundum positive Bilanz des Boxberg-Wochenendes. "Wir waren schon ein wenig aufgeregt, weil wir ja nicht wissen konnten, wie viele Selbstwerber kommen würden", meinte der Geschäftsführer, "und nun ist es uns fast auf den Punkt gelungen, das ganze gefällte Holz vom Berg zu holen." Kein Kaminbesitzer musste nach Hause geschickt werden: "Jedem, der Holz haben wollte, konnten wir auch was mitgeben." Am Freitag sei das Angebot des Naturschutzrings von 16 Brennholzwerbern genutzt worden, am Sonnabend von 17 - und Sonntag waren noch einmal ein Dutzend Motorsägen auf dem Boxberg im Einsatz. "Der Andrang war gerade so groß, dass wir noch gut damit fertig werden konnten", sagte Ullrich, "so hatten wir nebenbei auch noch genügend Zeit, den Leuten zu erklären, warum wir all die Bäume gefällt haben."

Die Abholzaktion soll dazu dienen, die Standortbedingungen für die schützenswerte Boxberg-Heide zu verbessern. Die Heideflächen sind Natura-2000-Gebiete; folglich sind Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung und Naturschutzring EU-Vorgaben gemäß dazu verpflichtet, die noch auf einem sieben Hektar großen Areal vorkommende Besenheide zu erhalten. "Besonders am Südhang haben wir ziemlich viele Bäume gefällt, weil die Heide hier die besten Lebensbedingungen hat", erläuterte Ullrich. Weitere Abholzmaßnahmen im Interesse der Boxberg-Heide seien nicht geplant. "Das wars jetzt erstmal", stellte Ullrich fest, "in Zukunft sollen die Ziegen von Birgit Voigtländer verhindern, dass auf den Heideflächen Bäume nachwachsen."

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