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Rendsburger Tafel : „Bombastischer“ Start für die Tafel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Lager- und Ausgabestelle in der Bredstedter Straße ist offiziell eröffnet. Der Andran an den ersten Tagen war groß.

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Vor dem weißen flachen Gebäude in der Bredstedter Straße 11 parken mehrere Transporter, drinnen herrscht geschäftiges Treiben: Helfer packen Lebensmittel in grüne Kisten und stellen sie für die Fahrer der Transporter bereit. Vormittags ist im neuen Haus der Rendsburger Tafel viel los, gestern waren zusätzlich 25 geladene Gäste da, um die zentrale Ausgabestelle mit dem Lager offiziell einzuweihen.

An zwei Freitagen hat dort bereits eine Ausgabe stattgefunden: Ende Januar kamen 80 Personen, am vergangenen Freitag waren es schon 115. Diesen deutlichen Anstieg nennt Tafel-Koordinator Volker Siegling „bombastisch“. Niemals hätte er mit so einem Andrang gerechnet. „Das zeugt davon, dass sich die Leute hier wohl fühlen, wir genug Ware haben und es sich toll rumgesprochen hat, dass wir jetzt hier erreichbar sind“, sagt er. Viel weiter dürften die Gästezahlen allerdings nicht steigen: „Ich hoffe, dass es nicht 130 oder 140 werden. Das wäre dann schon heftig“, sagt Siegling mit Blick auf die zur Verfügung stehende Menge an Lebensmittelspenden und die Zahl der Helfer.

Einer von ihnen ist der 61-jährige Ingo Dau. Seit Anfang Januar ist er als Ein-Euro-Jobber täglich von 9 bis 13 Uhr im Tafelhaus beschäftigt und koordiniert die Anlieferung der Lebensmittelspenden und deren Einlagerung und Auslieferung an die Ausgabestellen in der Materialhofstraße, in der Parksiedlung, in Osterrönfeld und Schacht-Audorf. „Das mache ich gerne, es ist eine sehr nützliche Arbeit“, sagte er. Mit Ingo Dau sind noch etwa zehn weitere Helfer in diesem Jahr neu ins Team der Tafel gekommen. Rund 50 Mitarbeiter – hauptsächlich Ehrenamtliche – sind es, die 680 Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Die Zahl der Bedürftigen, so stellt Frank Hildebrandt klar, ist jedoch deutlich höher. Er ist Ländervertreter der Tafeln in Hamburg und Schleswig-Holstein. In seinem Zuständigkeitsbereich gibt es insgesamt 59 Tafeln aber nicht nur hier, sondern auch bundesweit hat man die Erfahrung gemacht: „Nur zehn Prozent der an sich Berechtigten nehmen auch Tafel-Leistungen in Anspruch“, erklärt Hildebrandt. Sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht, oder die Scheu, von Bekannten bei der Tafel gesehen zu werden, seien für viele eine sehr große Hürde. Dass die neue Bleibe der Rendsburger Tafel in der Bredstedter Straße nicht nur leicht erkennbar, sondern sogar auffällig ist, könnte seiner Ansicht nach ein Nachteil sein. Propst Sönke Funck vertrat in seiner Rede bei der gestrigen Eröffnung einen anderen Standpunkt: Durch die weiten Fenster und die deutliche Beschriftung könne das diakonische Handeln der Tafel weit wirken. „Außerdem ist das ein Stachel im Fleisch, der uns deutlich macht, dass es Einrichtungen wie dieser noch bedarf.“

Auch Volker Siegling betonte die positiven Effekte des öffentlichkeitswirksamen Standorts: Seine Mitarbeiter wurden schon mehrfach von Passanten darauf angesprochen, wie man einen Tafel-Ausweis bekommen könnte, und auch neue Helfer sind dazugestoßen, weil sie auf das Gebäude aufmerksam wurden.

„Es war ein guter Start, wir können sehr zufrieden sein“, sagte Siegling. Aber darauf wird er sich nicht ausruhen, schließlich gibt es noch einiges zu tun: In den nächsten Wochen müsse sich zunächst das Team weiter einarbeiten, die Wände sind Siegling noch zu kahl und auch ein Garderobenständer muss noch dringend her. Aber in vier bis fünf Wochen, so schätzt er, habe sich alles eingependelt.

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