zur Navigation springen

Neues Werk am Kanal : Bögl braucht den Tunnel als Zubringer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim Rundgang mit Wirtschaftsjunioren: Betonbauer kündigt 30 bis 35 Lkw-Materialtransporte täglich vom Kreishafen nach Osterrönfeld an.

Das Fußballstadion in Warschau, eine Bahntrasse zwischen Peking und Schanghai, Autobahnen, Brücken und Tunnel – das bayerische Unternehmen Max Bögl ist in vielen Bereichen erfolgreich. Bald kommen Windkrafttürme „made in Osterrönfeld“ dazu. Hier soll Ende Juni der Probebetrieb anlaufen, erfuhren die Wirtschaftsjunioren Rendsburg bei einer Besichtigung der fast fertig gestellten Produktionshallen am Nord-Ostsee-Kanal.

Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer über die weltweiten Aktivitäten des Unternehmens, das ihnen von Detlev Farnschläder, dem Projektleiter Hochbau, vorgestellt wurde. Das größte deutsche Bauunternehmen in Privatbesitz machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigt 6500 Mitarbeiter. Seit vier Jahren werden am Stammsitz in Sengenthal 40 Kilometer südlich von Nürnberg Betonsegmente für Windkraft-Türme produziert. Diese Segmente sollen jetzt auch in Osterrönfeld gebaut werden. „30 bis 45 Segmente aus Spezialbeton täglich – jeden Tag einen Turm“, machte Farnschläder den geplanten Produktionsumfang deutlich. Max Bögl habe mit allen großen Windkraftanlagen-Herstellern bis auf Enercon, das seine Türme selbst produziert, Verträge.

Auf dem Firmengelände direkt am Schwerlasthafen „Rendsburg Port“ ist Platz für die Lagerung von 21 Türmen. Der Abtransport soll sowohl per Schiff als auch über die Straße erfolgen. Mit Erstaunen nahmen die Wirtschaftsjunioren zur Kenntnis, dass die Grundstoffe für die Betonherstellung zwar mit dem Schiff angeliefert werden, aber im Rendsburger Kreishafen auf der Nordseite des Kanals umgeschlagen werden. „4000 Tonnen in der Woche – das heißt, täglich 30 bis 35 Lkw-Fahrten durch den Tunnel nach Osterrönfeld“, machte Farnschläder deutlich. Im „Rendsburg Port“ dürfe wegen der Staubentwicklung kein Schüttgut umgeschlagen werden. Ob eine Anlieferung der Komponenten zur Betonherstellung auch über die Bahn bis an die Büsumer Straße in Rendsburg erfolgen könnte, wird zurzeit geklärt. „Es werden verschiedene Optionen geprüft“, erklärte der Bögl-Sprecher Jürgen Kotzbauer auf Nachfrage der Landeszeitung. Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde und der Rendsburg Port Authority, sieht in der Bögl-Ansiedlung ein gutes Signal für eine größere Auslastung des Schwerlasthafens, weil das Unternehmen mit seinen Windkraft-Türmen stark international ausgerichtet sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen