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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Jahrestag : Blutige Schlacht vor 200 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auch in unserer Heimat hat die Weltgeschichte Spuren hinterlassen. Zum Beispiel in Sehestedt. Dort kämpften vor genau 200 Jahren am 10. Dezember 1813 Russen, Preußen und Schweden als Alliierte gegen die Truppen Napoleons.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 06:00 Uhr

„Hier müssen die Soldaten der dänisch-schleswig-holsteinischen Armee damals längs marschiert sein“, sagt Holger Reimer und zeigt die Straße entlang. „Im Winter, auf unbefestigten Wegen, schlecht verpflegt und ausgerüstet. Ein Heereszug von zwölf Kilometern Länge mit 9000 erschöpften Soldaten, 34 Geschützen und 500 Wagen. Das muss man sich mal vorstellen.“ Heute zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Sehestedt möchte der 74-jährige aus Hennrode daran erinnern.

Der Fachmann ist Mitglied der Heimatgemeinschaft Eckernförde und interessiert sich sehr für die schleswig-holsteinische Geschichte. Einen Teil davon habe er im Kopf, verrät er. Für die Details hat er die Chronik der Gemeinde Sehestedt, die Topografie Herzogtum Schleswig von Henning Oldekop, Schriften des Historikers Christian Degn und Beschreibungen des Porträtzeichners Hans Peter Feddersen, der selber an der Schacht teilgenommen hatte, zu Rate gezogen.

In der Nacht auf den 10. Dezember 1813 sind die Soldaten von Revensdorf, vom Gut Lindau aus aufgebrochen, um morgens in Holtsee einzutreffen, erzählt er. Da es die Straße von Revensdorf nach Holtsee noch nicht gab, kamen sie über Hennrode. Die Schlacht bei Sehestedt steht im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des napoleonischen Imperiums in Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem verlorenen Feldzug gegen das Russische Reich 1812/13 und der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 zog sich die mit Napoleon verbündete dänisch-schleswig-holsteinische Armee unter Befehlshaber Prinz Friedrich von Hessen nach Norden zurück. Damit wollten sie dem Druck der schwedisch-russisch-preußischen Truppen unter General Wallmoden ausweichen. Die dänisch-schleswig-holsteinische Armee kam von Knoop über Gettorf und wollte sich in die schützende dänische Festung Rendsburg zurückzuziehen. Die schwedisch-russisch-preußischen Truppen rückten über die alte Brücke bei Kluvensiek über den Eiderkanal vor. Am 10. Dezember trafen sie bei Sehestedt aufeinander.

Während der Historiker Christian Degn glanzvoll davon schreibt, wie der Prinz von Hessen seine Truppen zum Durchbruch formierte, sahen die betroffenen Sehestedter und Soldaten die Schlacht weniger glorreich. Insgesamt 59 Offiziere und 1660 Soldaten waren gefallen, das Haus des Gutsverwalters gänzlich zerstört, das Kirchengestühl herausgerissen und verbrannt. „Man konnte hören, wie sie zuweilen laut aufschrien“, schrieb Hans Peter Feddersen aus Nordfriesland in seinem Tagebuch eines dänischen Soldaten. „Es müssen sich noch Feinde da verborgen haben, denn es wurde noch fleißig geschossen. Auf beiden Seiten des Weges trafen wir Verwundete und Tote an. Es war ein trauriger Anblick. Einige lagen schon erblasst da. Blut zeigte die Stelle, wo sie getroffen waren. Einige konnten weder leben noch sterben.“

Holger Reimer: „Unsere Eichen, die wir hier haben, sind zum Teil 300 Jahre alt. Sie sind die einzigen Zeugen dieser Geschichte. Es muss grausam gewesen sein.“ Der Sieg des Prinzen von Hessen und seiner Armee bei Sehestedt ermöglichte damals zwar den Rückzug nach Rendsburg. Die klare militärische Niederlage des dänischen Gesamtstaates konnte er letztlich nicht verhindern.







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