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Blues und Grunge sorgen für Gänsehaut-Momente

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Aukrug Open Air“ begeistert mit internationalen Gästen / Musiker widmet Stück verstorbenem Idol

Premiere beim „Aukrug Open Air“ (AOA): Zum ersten Mal betraten die Sänger der „The Lying Eight Blues Band“ aus Rendsburg, Kiel und Bordesholm die Bühne im Aukruger Freibad. Das Festival überzeugte die rund 400 Zuschauer aber nicht nur mit Neuheiten aus der Region. Auf eine türkische Progressive-Rock-Band folgte eine italienische Desert-Grunge-Formation, die den Festivalbesuchern ein internationales Musikprogramm boten. Die beiden Bands „KES“ aus Istanbul und „V-Device“, deren Mitglieder aus Neapel und Mailand stammen, hatten mit Abstand die weiteste Anreise und wurden von den Zuschauern des elften „Aukrug Open Air“ mit jeder Menge Applaus für ihre Auftritte belohnt.

„Hallo, Aukrug! Wir sind KES aus Istanbul“, begrüßte der Bassist der Gruppe, Cenk Turanli, die Zuschauer vor der Bühne. Zu diesem Zeitpunkt waren die Musiker von „V-Device“ noch unterwegs zum Festivalgelände. Gerade rechtzeitig, eine knappe Stunde vor ihrem eigenen Auftritt, trafen Davide Verde und seine Mitstreiter von „V-Device“ auf dem Festivalgelände ein. Hinter ihnen lag eine Flugreise von Mailand nach Hamburg mit anschließender Bahnfahrt bis nach Innien. Den Weg nach Aukrug kannten die Italiener bereits, denn auch 2015 traten sie schon beim „Aukrug Open Air“ auf. Aber wie kommt eine Grunge-Band mit Musikern aus Neapel und Mailand zu einem Gastspiel auf einem Festival in Mittelholstein? Wie bei allen AOA-Bandbuchungen führt die Spur auch in diesem Fall zu Andreas Spörke vom Organisationsteam. Der Homfelder kennt sich als fleißiger Konzertgänger in der Clubszene ziemlich gut aus, vor allem in Berlin. So zählt unter anderem auch Uwe Quiring zu Spörkes Bekanntenkreis, der „V-Device“ in Deutschland seit 2012 ehrenamtlich managt. Vor fünf Jahren trat die italienische Band in Quirings damaligen Club „General Dealer“ in Berlin auf. „V-Device“ haben sich dem „Desert-Grunge“ verschrieben, einer Mischung aus Stoner-Rock und Grunge. Man sei wohl die einzige Band in Italien, die sich dieser speziellen Musikrichtung widme, sagte Davide Verde. Er hatte sich seinen Bandkollegen, die ihre Reise in Neapel begannen, in Mailand angeschlossen, um rechtzeitig beim AOA in Aukrug auf der Bühne stehen zu können.

Für Grunge-Fans gab es in der Mitte des 60-minütigen Auftritts der Italiener einen sehr ergreifenden Moment: Davide Verde stimmte den „V-Device“-Song „The day of my suicide“ an. Das Lied widmete er seinem Idol, Chris Cornell. Der Musiker war vor zehn Tagen verstorben. Cornell, der Frontman bei „Soundgarden“ und „Audioslave“ gewesen war, sei Verdes größtes persönliches Vorbild und eine beständige Inspiration des eigenen Schaffens.

„Es gibt ja für Bands, die nicht bekannt genug für die großen Festivals sind, immer weniger Auftrittsmöglichkeiten“, gab Andreas Spörke zu bedenken. Für die Aussicht, bei einem 400-Zuschauer-Festival wie dem AOA auftreten zu dürfen, hatten die Rockmusiker von „KES“ sogar die Anreise aus ihrer Heimatstadt Istanbul auf sich genommen. Das sei bereits ihr zehntes Deutschland-Konzert, vermerkte „KES“-Bassist Cenk Turanli. Vor einem Vierteljahr tourte die türkische Gruppe bereits mit der Darmstädter Stoner-Doom-Band „Wight“ durch das Bundesgebiet. Bei „KES“ war es deren Manager, der dem AOA-Team Links der Bandsongs zukommen ließ. Andreas Spörke fand die Hörproben so überzeugend, dass er den Istanbulern einen Platz im Festival-Line-up gewährte. Weshalb sich Cenk Turanli nun zum Abschluss des „KES“-Auftritts beim Publikum für die Einladung nach Aukrug bedanken konnte. Der rein instrumentale Progressive-Rock der Türken kam beim AOA-Publikum sehr gut an und wurde mit ebenso viel Applaus belohnt wie der Desert-Grunge von „V-Device“.

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erstellt am 27.Mai.2017 | 09:00 Uhr

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