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Aufwendige Restauration : Bleiglasfenster hielten über 100 Jahre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Renovierungsarbeiten an der Aukruger Kirche sind nach drei Monaten abgeschlossen. Für die Glasmalereien war eine Spezialbehandlung nötig.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Die Kirche in Innien präsentiert sich wieder mit ihren kunstvollen, bunten Kathedralglasfenstern. Alle 26 Fenster mit ihren Tausenden von mit Blei eingefassten Glaselementen waren Anfang Juni ausgebaut und zwecks Restauration zu einer Spezialwerkstatt am Niederrhein verfrachtet worden. Auch die übrigen Renovierungsmaßnahmen im Aukruger Gotteshaus sind bis auf ein paar noch ausstehende Malerarbeiten abgeschlossen.
„Dann haben wir jetzt für die nächsten 100 Jahre Ruhe?“, fragte Pastorin Christina Leykum, als bei der abschließenden Baubesprechung die restaurierten Fenster der Kirche in Innien begutachtet wurden. „Für die nächsten Jahrzehnte wird es keinen Anlass geben, sich über die Fenster Gedanken machen zu müssen“, entgegnete Glasmalermeister Michael Heymann von der Werkstatt „Hein Derix“ aus Kevelaer. Drei Monate waren sämtliche Fenster der Aukruger Kirche in Heymanns Werkstatt am Niederrhein, wo sie einer Spezialbehandlung unterzogen wurden.

Bei einer Baubegehung des Kirchenkreises hatte man schon vor fünf Jahren erhebliche Schäden an den Aukruger Kirchenfenstern diagnostiziert. Die noch aus der Zeit des Kirchenbaus (1893) stammende Bleiverkleidung der handgeschöpften Tischkathedralgläser zeigte deutliche Ermüdungserscheinungen, wodurch sich die Fenster wölbten und die Gefahr bestand, dass die Fenster reißen und die Malschichten auf der Verglasung durch Kondenswasser beschädigt werden.

„Das Bleinetz in den Fenstern ist sehr dünn und fein, was für eine besondere Ästhetik sorgt“, sagte Claudia Schumacher vom Glassachverständigenbüro Rauch aus Koblenz, „in den schönen farbigen Fensterbereichen wurde deshalb versucht, das originale Bleinetz zu erhalten.“ Alle Fensterelemente wurden gereinigt, gebrochene Gläser ausgetauscht und Bleibrüche gelötet. In den nur mit Spitzrauten verzierten Fenstern wurden die Bleiverkleidungen erneuert. Die Fenster haben zudem eine Schutzverglasung bekommen, welche die kostbaren Glasmalereien vor Kondenswasser und Wind schützen soll.

„Das ist unglaublich schön geworden“, lobte Elke Rixen vom Kirchengemeinderat das Ergebnis der Fensterrestauration, „das sieht absolut zauberhaft aus!“ „Die Arbeit ist sehr gelungen“, sagte auch Kirchenfenster-Expertin Claudia Schumacher, „die Fenster verbreiten eine schöne Atmosphäre.“

Die übrigen Renovierungsarbeiten in der Kirche sind ebenfalls abgeschlossen: die Wärmedämmung des Dachbodens und der Luftluken, die Überprüfung aller elektrischen Leitungen, die Reparatur der Schallluken und Fenster, die Erneuerung der Lampenkästen, das Anstreichen der Gauben sowie umfangreiche Malerarbeiten im Kircheninneren.

Zu den Baukosten wollte Architekt Uwe Kekeritz jetzt keine Angaben machen. Bei Baubeginn waren die Gesamtkosten inklusive Fensterrestauration auf 85 000 Euro geschätzt worden.

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