Neue Verbindung : Bis nach Basel nur einmal umsteigen

Bahnhofs-Einweihung in Bredenbek: Jürgen Liebsch, Bernhard Wewers (NAH.SH GmbH), Torsten Reh (DB Regio AG Nord), Bartelt Brouer und Olaf Decke (Bauausschuss Bredenbek, von links).Becker (5)
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Bahnhofs-Einweihung in Bredenbek: Jürgen Liebsch, Bernhard Wewers (NAH.SH GmbH), Torsten Reh (DB Regio AG Nord), Bartelt Brouer und Olaf Decke (Bauausschuss Bredenbek, von links).Becker (5)

Mit Jubel begrüßten die Einwohner in Schülldorf und Bredenbek die neue Bahnverbindung nach Rendsburg und Kiel.

shz.de von
05. Januar 2015, 06:00 Uhr

In Schülldorf wurde mit Sekt angestoßen, in Bredenbek gab es Apfelpunsch und Musik: Gestern wurde die neue Regionalbahnverbindung zwischen Rendsburg und Kiel „mit Haltepunkten in den Dörfern“ eingeweiht.

Mit einer Sonderfahrt von Rendsburg über Schülldorf, Bredenbek, Felde, Achterwehr, Melsdorf, Kiel-Russee und Kiel-Hassee zum Kieler Hauptbahnhof startete gestern die neue Verbindung. Als die Regionalbahn um 10.38 Uhr den Rendsburger Hauptbahnhof verließ, war der Zug schon gut besetzt. Neben den offiziellen Vertretern der Bahn, der Gemeinden und Ämter nutzten auch zahlreiche Gäste das Angebot der kostenlosen Fahrt bei strahlendem Sonnenschein.

„Am 30. Mai 1981 hielt hier zum letzten Mal ein Zug“, stellte Thorsten Reh, Leiter der DB Regio AG Nord, fest, als die Bahn in Schülldorf ankam. Zahlreiche Besucher bejubelten die Ankunft. Bürgermeister Eggert Voß aus der Nachbargemeinde Haßmoor schwenkte die Fahne seines Dorfes. Der Bahnhaltepunkt in Schülldorf, der auf die Nordseite der Schienen verlegt wurde, wird durch eine Buslinie mit Westerrönfeld und Osterrönfeld verbunden. Nach Schacht-Audorf fährt ein Shuttlebus.

„Wir werden den Zug bestimmt häufiger nutzen“, sagte Sven Putzke aus Schacht-Audorf, der mit seiner Familie einen Ausflug nach Kiel machte. Die Fahrt sei bequemer als mit dem Auto, und nach Feierlichkeiten in Kiel komme man mit der Bahn gut wieder nach Hause. „Wir begrüßen das neue Angebot“, betonte seine Frau Sille.

Auch Inga Decke aus Bredenbek freut sich über die neue Bahnverbindung. Die 17-Jährige besucht das Herder-Gymnasium in Rendsburg und muss nun nicht mehr mit dem Bus fahren. „Da spare ich jeden Morgen 20 Minuten.“ Noch wichtiger aber ist für sie, dass Treffen am Nachmittag mit ihren Schulfreunden in Rendsburg jetzt auch einmal etwas länger dauern können. Bisher fuhr der letzte Bus nach Bredenbek bereits um 17 Uhr. Jetzt kommt der letzte Zug aus Rendsburg nachts um 0.50 Uhr in Bredenbek an. Der letzte Zug aus Kiel erreicht den Bahnhaltepunkt sonnabends und sonntags um 1.27 Uhr.

In Bredenbek war fast das halbe Dorf auf den Beinen. Luftballons in Blau-Weiß-Rot stiegen auf, Schüler sangen das eigens umgedichtete „Bahnhofs-Lied“, und Bürgermeister Bartelt Brouer und sein Bovenauer Amtskollege Jürgen Liebsch durchschnitten ein symbolisches Band zur offiziellen Eröffnung des Bahnhaltepunktes. Als der Lokomotivführer Andreas Staal den Zug nach sechsminütigem Halt wieder in Bewegung setzte, waren alle Plätze der Sonderfahrt nach Kiel besetzt.

Zum Trost für all jene, die nicht mitfahren konnten, gab es am Nachmittag zwei weitere kostenlose Bahnfahrten in die Landeshauptstadt und zwei Fahrten nach Rendsburg, die ebenfalls von vielen genutzt wurden. Brouer wies darauf hin, dass mit dem Bahnticket auch die Busse in Kiel (gesamte Zone 4000) und in Rendsburg (gesamte Zone 3000) genutzt werden können. „Und mit nur einmaligem Umsteigen kommt man von Bredenbek aus nach Basel, Berlin, Frankfurt und München.“







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