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Serie „The Young and the Restless“ : Biografie über Eric Braeden: Der Hollywood-Star aus Bredenbek

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In den Vereinigten Staaten ist ein Buch über das Leben von Eric Braeden erschienen. Der Schauspieler berichtet darin auch über seine Heimat Bredenbek.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2017 | 15:07 Uhr

Bescheidenheit ist für die meisten Hollywood-Schauspieler ein Fremdwort – Eric Braeden hingegen hat sich diese Tugend bewahrt. Das mag an der bodenständigen Herkunft des Weltstars mit eigenem Stern auf dem „Walk of Fame“ liegen, denn seine Heimat liegt mitten im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Braeden ist am 3. April 1941 in Bredenbek  (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zur Welt gekommen. Seine Zurückhaltung zeigte sich auch darin, dass er sich selbst zur Veröffentlichung seiner Biografie zunächst überreden lassen musste. Das Buch ist jetzt erschienen – und hat das Zeug zum Bestseller. Natürlich berichtet Braeden darin auch über seine Kindheit in Bredenbek.

In Deutschland ist Eric Braeden kaum bekannt. In den Vereinigten Staaten aber ist er ein Star und gilt als König der „Soaps“, vor allem durch seine Rolle in der Serie „The Young and the Restless“ („Schatten der Leidenschaft“).

Zudem wirkte er in zahlreichen Filmproduktionen mit, etwa 1997 in James Camerons „Titanic“ an der Seite von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, als er den vermögenden amerikanischen Geschäftsmann John Jacob Astor spielte.

2001 wurde ihm nach Marlene Dietrich als zweitem Deutschen auf dem „Walk of Fame“ ein Stern gewidmet. Für die Gründung der deutsch-amerikanischen Kulturgesellschaft und sein Engagement zur Völkerverständigung erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Der deutschstämmige US-TV-Star Eric Braeden bei der Verleihung seines Sterns am Hollywood Walk of Fame in Hollwood/Los Angeles, USA am 20. Juli 2007.
Der deutschstämmige US-TV-Star Eric Braeden bei der Verleihung seines Sterns am Hollywood Walk of Fame in Hollwood/Los Angeles, USA am 20. Juli 2007. Foto: dpa
 

Die Popularität des 75-Jährigen zeigte sich auch bei der Herausgabe seiner Biografie, die er im Januar in New York unter dem Titel „I’ll be damned – How My Young and Restless Life Led Me to America’s #1 Daytime Drama“ („Ich fass’ es nicht: Wie mein „The Young und Restless“-Leben mich zur Nummer 1 im amerikanischen Daytime Drama gemacht hat“) vorstellte.

Eigentlich, so der Bredenbeker, wollte er keine Biografie herausgeben. Prominente aus seinem Umfeld, Journalisten, Ehefrau Dale und Sohn Christian aber haben Braeden, der die Glamour-Szene meidet, ermutigt, seinen Werdegang aufschreiben zu lassen. Die amerikanische Journalistin Lindsey Harrison hat sein „sehr erlebnisreiches Leben“ auf 276 Seiten nebst Bildern nach eineinhalb Jahren Zusammenarbeit verfasst.

Wichtig war Braeden, einige Seiten nebst Bildern seiner Jugendzeit zu widmen. Bis 1959 verbrachte er 18 Jahre in Bredenbek. In seiner Biografie kommen vor allem seine sportlichen Aktivitäten beim Rendsburger TSV (Kugel, Diskus, Speer) zur Geltung. Mit seinen damaligen Teamkameraden gewann Braeden im September 1958 die Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaft in der Leichtathletik. Sport habe in seinem Leben eine große Rolle gespielt. „Er war meine Rettung“, sagt Braeden, der im Gespräch gern Plattdeutsch („Wat mutt, dat mutt“) spricht. Durch den Sport lerne man Respekt für andere und deren Leistung zu schätzen. Wobei es immer einen geben könne, der noch stärker und besser sei.

Braeden erinnert aber auch an freundschaftliche Beziehungen zu Rosely Oetker, einer Enkelin der Büdelsdorfer Unternehmerin Käte Ahlmann. Noch heute pflegt er mit Bredenbeks Ex-Bürgermeister Hans-Werner Hamann einen regen Kontakt. 1998 wurde Braeden Bredenbeks erster Ehrenbürger.

Im Mittelpunkt des Buches steht sein Wirken in Film und Fernsehen, dabei auch Persönliches seiner Schauspieler-Kollegen. „Ich fasse sie aber mit Samthandschuhen an. Es ist nicht meine Absicht, jemanden zu verletzen“, sagt Braeden, der einst auch in der näheren Auswahl bei der Besetzung der Rolle des James Bond stand. Er bekam die Rolle nicht, weil er kein Engländer war.

Foto: imago Independent Photo Agency
 

Anschaulich gibt er einen Einblick in die Arbeit eines Schauspielers. So werden täglich 100 bis 120 Seiten Drehbuch abgedreht. Es sei eine wahnsinnige Herausforderung, den Text zu lernen. Sein Rekord liege bei 62 auswendig gelernten Seiten am Stück. Ein Arbeitstag von 16 Stunden sei keine Seltenheit.

Als Deutscher schien Braeden den Film-Produzenten zunächst für Kriegsfilme prädestiniert. „Diese Darstellung hat mir jedoch immer sehr missfallen“, sagt Braeden. Erst in den späten 70er-Jahren konnte er sich vom Image des deutschen Soldaten lösen.

Ein Ende seiner Laufbahn ist nicht abzusehen. Einen Ruhestand lehnt er strikt ab. „Ich trainiere heute zweimal täglich und bin fit genug“, so Braeden, der dabei voller Ehrgeiz ist und seine schauspielerische Leistung ständig zu verbessern sucht. Eindrücke von Begegnungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Michail Gorbatschow finden ebenso ihren Niederschlag im Buch wie kritische Anmerkungen über Zeiten tiefer antideutscher Haltung in Hollywood. Das sei zu Beginn seiner Karriere eine Enttäuschung für ihn gewesen, habe sich aber später gebessert.

Bevor er Schauspieler wurde, hatte er nach seiner Ankunft in den USA zunächst ein Studium in Montana aufgenommen und später als Farmer gearbeitet. Damals hieß er noch Hans-Jörg Gudegast. Erst seit 1969 nennt er sich Eric Braeden, um im amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft besser Fuß zu fassen.

Seine Biografie lag bereits nach wenigen Tagen nach Erscheinen auf Platz vier in der Bücher-Rangliste der Vereinigten Staaten. „Das hat mich absolut überrascht“, kann sich Braeden das kaum erklären. Platz vier dürfte nicht das Ende sein, denn das Buch wurde bereits in zahlreichen US-Fernseh-Sendern vorgestellt, darunter auch im führenden Sportsender ESPN. Aus Kanada haben 30 TV-Sender berichtet. Hinzu kommen zahllose Facebook-Anfragen.

Erscheinen wird das Buch auch in Neuseeland. Im März stehen Verhandlungen mit einem französischen Verlag an. In Deutschland gibt es bislang kein Interesse. Doch in Rendsburg gibt es den Amerikaner Martell Collins, der bei den Twisters Basketball spielt. Er kennt Braeden aus der Serie „The Voung and the Restless“. Davon gibt es mehr als 11.000 Episoden. „Diese Serie vermisse ich schon. Das Buch interessiert mich“, meint der US-Boy.
 

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