Bio-Rhythmus Nacht-Leben Mäuse-Lieder

piper
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27. Mai 2015, 13:42 Uhr

Er war ein Genie und der erste Komponist mit Popstar-Qualitäten. Heute ist seine Musik Weltmusik. Nur ein paar Takte genügen, und sofort leuchtet ein, dass diese Klänge den Ungeborenen im Mutterleib die Ohren öffnen. Und dass die „Kleine Nachtmusik“ die Milchproduktion von Kühen steigert.

Aber warum fühlen wir uns wohl, wenn Mozarts Kompositionen erklingen? Studien haben ergeben, dass es während des Zuhörens zu einer Art Synchronisation kommt, das heißt, der Mensch passt sich der Musik an. Da in Mozarts Werken ein Wechsel von Aktivierung und Deaktivierung stattfindet, der dem menschlichen Biorhythmus ähnelt, übt seine Kunst eine entspannende Wirkung auf uns aus.

Der Rat der Experten lautet also: Wer innerlich aufgewühlt ist und von einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, sollte sich auf die Couch legen, die Augen schließen und Mozarts Musik lauschen.

Doch Vorsicht ist geboten: Wer morgen Abend dabei einschläft, verpasst den Vortrag in Büdelsdorf: „Vom Vergnügen, Mozart zu hören.“

Der Tag des Baumes liegt hinter uns. Auch der Tag der Arbeit wurde gefeiert. Und dann gab es noch den 12. Mai, den internationalen Tag der chronisch Erschöpften. Das Datum verweist auf das chronische Erschöpfungssyndrom, eine Krankheit, die häufig nicht ernst genommen wird. Woran mag das liegen? Zum einen wohl daran, dass die Störung nicht von allen Medizinern als Krankheit anerkannt wird, zum anderen daran, dass die Ursachen für diese Erscheinung bisher ungeklärt sind.

Sicher ist nur, dass der 12. Mai an den Geburtstag der Krankenschwester Florence Nightingale gemahnen soll, die wegen ihrer aufopfernden Berufsausübung berühmt wurde, von ihrem 35. Lebensjahr an aber immer müde war. 50 Jahre ihres Lebens war sie ans Bett gefesselt.

Nun ließe sich noch viel berichten über die mutige Britin. Doch dazu fehlt an dieser Stelle die Kraft. (Die chronische Erschöpfung hat offenbar ein neues Opfer gefunden . . . Gäähn. ) Zudem gibt es einen Geschichtenerzähler, der die Aufgabe übernimmt, spannende Unterhaltung zu liefern. Am Sonntag plaudert Schriftsteller Henning Boëtius über das wilde Nachtleben in den 50er-Jahren in Rendsburg. Da lohnt es sich für die Zuhörer, hellwach zu sein.

„Singe, wem Gesang gegeben“, dichtete Ludwig Uhland 1812 im Jahrhundert aufblühender Männerchöre, denen heutzutage der Nachwuchs fehlt. Überhaupt verschwinde das Singen und Musizieren immer mehr aus dem Alltag von Familien, Kindergärten und Schulen lautet die Klage. In Rendsburg aber wird gegen diesen Trend kraftvoll die Stimme erhoben. Am Sonntag tritt der Neuwerker Kammerchor in der Christkirche auf.

Übrigens gibt es auch in der Tierwelt Sangeskünstler. Nicht nur Vögel, sondern auch Mäuse können singen. Die Gesänge werden für die Balz genutzt. Dabei belassen es die Nager nicht bei einem „Alle meine Entchen“ – nein, die männlichen Mäuse kennen komplexe Melodien, um die Weibchen anzulocken. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die Kirchenmäuse in das Konzert einstimmen. Schade nur: Mäuse singen auf Ultraschallfrequenz, und die nimmt unser Ohr nicht wahr.

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