Info-Abend am Donnerstag : Bildungsinitiative will Waldorfschule neu gründen

Ein Stein am Eingang der Waldorfschule weist auf das Gründungsjahr 1950 hin.
Ein Stein am Eingang der Waldorfschule weist auf das Gründungsjahr 1950 hin.

Verein muss zwei Jahre ohne Landeszuschüsse auskommen. Darlehen von Eltern und Ehemaligen erforderlich.

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26. Juni 2018, 11:11 Uhr

Rendsburg | In der Mythologie verbrennt der Vogel Phönix, bevor er aus der Asche aufersteht. Ein ähnlicher Weg zeichnet sich für die Zukunft der insolventen Freien Waldorfschule Rendsburg ab: Das Programm für die Schulschließungsfeier am Donnerstag, 5. Juli, ab 16 Uhr steht. Am Tag darauf müssen die Lehrer dem Insolvenzverwalter ihre Schlüssel abgeben.

Die alte Waldorfschule wird es nicht mehr geben, möglicherweise aber eine neue: Der Verein „Anthroposophische Bildungsinitiative Rendsburg“ will die Einrichtung neu gründen – mit anderen Lehrern, neuem Vorstand, vielleicht in anderen Räumen. „Alle sind daran interessiert, dass die Schule weitergeht“, sagt Mitglied Tatje Bartig-Prang. Bei einem Info-Abend am Donnerstag, 28. Juni, ab 18 Uhr in der Polsterei Braun, Fockbeker Chaussee 109, wird der Verein sein Konzept vorstellen: Ab August sollen bis zu acht Pädagogen insgesamt 70 Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 in drei Doppelklassen unterrichten. Eltern können ihre Kinder am Donnerstag per Vertrag anmelden. Das Papier enthält eine Rücktrittsklausel. „Wenn die Schule nicht zustande kommt, sind die Verträge nichtig“, sagt Bartig-Prang. Das Problem: Noch steht die Finanzierung nicht.

Wie berichtet, hatte der Verein gehofft, vom Bildungsministerium als Nachfolgeträger anerkannt zu werden. Dann hätte er Landeszuschüsse erhalten. Bei einem Gespräch zwischen Vertretern des Vereins, des Insolvenzverwalters, des Bildungsministeriums und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen am Freitag wurde jedoch deutlich: Der Verein darf die Schule unter Umständen neu gründen, aber nicht fortführen. Dazu fehlt aus Sicht des Ministeriums die Kontinuität im Vorstand und im Kollegium – von den bisherigen Lehrern erhielt der Verein fast nur Absagen. Als neuer Träger bekommt er aber frühestens in zwei Jahren Landeszuschüsse.

Das Ministerium will bis Freitag einen Wirtschaftsplan sehen, der einen Schulbetrieb ohne staatliche Förderung sicherstellt. Die GLS Gemeinschaftsbank und die Software-AG-Stiftung hatten ihre Unterstützung zugesagt. Der Verein muss nun anfragen, ob diese Angebote auch für ein Modell ohne Landeszuschüsse gelten. Doch das allein reicht nicht. „Wir brauchen zusätzlich Darlehen von Ehemaligen und Eltern.“

Bei einer Neugründung können bisherige Lehrer ihre Arbeitsplätze nicht einklagen. Wie berichtet, hängt ein Prozess mit einer Pädagogin in der Schwebe.

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