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Hohenwestedt : Bilder starker Ausdruckskraft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Hohenwestedter Museumsverein plant eine Ausstellung mit Werken von Grete Knickrehm zu Ehren des 125. Geburtstages der Künstlerin.

Dass sie am liebsten Blumen und Landschaften malte, war Ausdruck ihrer besonderen Naturverbundenheit: Die Hohenwestedterin Grete Knickrehm (1889-1985) hat in ihren Bildern die Weite des Buckener Autals, die Heideflächen auf dem Boxberg sowie die Wälder rund um Heinkenborstel und Mörel verewigt.

Zu Ehren ihres 125. Geburtstags veranstaltet der Museumsverein eine große Ausstellung mit Werken von Grete Knickrehm. Die Eröffnung ist am Sonnabend, dem 30. August, um 15 Uhr im Heimatmuseum in der Friedrichstraße. Bis Ende Oktober sind die Aquarell- und Ölbilder dann zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen (Ausnahme: am 6. September bleibt das Museum geschlossen).

Die Werke stammen zum einen aus dem Museumsarchiv, zum anderen aus Privatbesitz. Wer ebenfalls noch einen „echten Knickrehm“ zu Hause hat und für die Sonderschau zur Verfügung stellen möchte, kann sich an Museumsvereins-Chef Heino Redinger (Telefon 04871/8184) wenden. Der Museumsverein ist auch noch auf der Suche nach Fotos von der Künstlerin. „Leider hat das Museum selbst nur ein einziges Foto von Grete Knickrehm“, vermerkt Redinger, „schön wäre es, wenn die Kunstausstellung durch Privataufnahmen von ihrer Person, die eingescannt und vergrößert werden, ergänzt werden könnte.“

Grete Knickrehm wurde am 6. März 1889 als einzige Tochter des Malermeisters Henning Knickrehm in Hohenwestedt geboren. Der Vater, selbst ein in allen künstlerischen Bereichen sehr begabter Mann, studierte an der Kunsthochschule in München. Da er aber von der Kunst allein nicht leben konnte, lernte er das Malerhandwerk und ließ sich als Malermeister in Hohenwestedt nieder. Naturliebe und künstlerische Begabung wurde den Kindern, neben Grete noch drei Brüdern, schon in frühester Kindheit vom Vater vermittelt. Henning Knickrehm erkannte vor allem die malerischen Fähigkeiten seiner Tochter und förderte sie nach Kräften. Damals entstanden die ersten Bilder. Mit dem Skizzenblock wanderte Grete von nun an durch die Natur und fand ganz selbstverständlich zu den malerischen Themen, die sie ihr ganzes Leben lang nicht mehr loslassen sollten: Landschaften und Blumen.

Nach dem Tod der Mutter, die sie lange gepflegt hatte, wandte sich Grete Knickrehm nun ganz der Malerei zu. Sie lebte zurückgezogen und bescheiden. Auf ihren wenigen Reisen in die Schweiz, nach Bayern und vor allem zu Freunden in die Lüneburger Heide fing sie neue Motive und Stimmungen ein, die sie dann zu Hause in Bilder umsetzte. Ähnlich wie der Osterstedter Bendix Passig verschenkte Grete Knickrehm ihre Bilder gern zu Familienfeierlichkeiten, so dass in vielen Haushalten in Hohenwestedt und Umgebung ein „echter Knickrehm“ zu finden ist.

„Skizzenhaft hingeworfene zarte Aquarelle von einzelnen Bäumen oder Landschaftsteilen, meist kleinformatiger Art wechseln sich ab mit großen und großartigen Ölbildern von starker Ausdruckskraft und Farbintensität“, erklärt Redinger, „manches Bild wird dadurch quasi ein Dokument des Zustands der Landschaft um Hohenwestedt in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.“

 

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