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Galerie Müllers : Bilder aus dem „Leuchtkasten“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ausstellung des Leipziger Malers Jörg Ernert eröffnet: Die Arbeiten zeigen Kletterhallen und Landschaftsbilder.

Sohn und Tochter von Jörg Ernert sind „schuld“ an seinen bevorzugten Motiven. Im Jahr 2008 begleitete der Leipziger Maler seine heute 13 und 15 Jahre alten Kinder zum ersten Mal in eine der beiden Kletterhallen seines Geburts- und Heimatortes. Und so gab auch nicht etwa die Western-TV-Serie mit Robert Fuller und John Smith von Anfang der sechziger Jahre der gestern in der Galerie Müllers eröffneten Ausstellung den Namen. „Am Fuß der blauen Berge“ heißt sie nach den Felswänden, die dort über aufgeschraubte Griffe erklommen werden.

35 Bilder, Acryl und Aquarell auf Papier und Leinwand, 20-mal 30 Zentimeter bis 1,70-mal 1,20 Meter in den Ausmaßen, hat der 39-Jährige mit in seine dritte Ausstellung, die erste Einzelpräsentation im Kunsthaus an der Marienkirche, gebracht. Skizzen von den Kletterhallen, die einst Fabrik und Wasserturm waren, fertigt er jeweils vor Ort an. Im Atelier kommen dann die bevorzugten kräftigen Farben hinzu. Die stillgelegten Gebäude mit neuer sportlicher Nutzung beeindrucken Ernert auch, weil er dort die Energie der Menschen spürt, die sich an den bewusst schräg gebauten Wänden hochhangeln. So versucht er nach eigener Aussage, seine Sichtweise auf die Welt mit Licht und eigener Lebendigkeit widerzuspiegeln.

Doch der Künstler hält sich nicht nur in geschlossenen Räumen auf. Dem Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ist es wichtig, dass er seinen Studenten nicht allein theoretisches Wissen vermittelt. Bei Abstechern ins Freie gibt er ihnen Tipps praktischer Natur. Dabei sind die Landschaftsbilder, etwa von Feldspur und Baumgruppe, entstanden, die ebenfalls zu den Exponaten zählen. Und auch Menschen sind bei Ernert zu finden, wie bei den seinen Kollegen Edward Hopper und Peter Paul Rubens nachempfundenen Arbeiten.

„Leuchtkasten“ sagt Kunsthistoriker Jens Martin Neumann, der gestern die einführenden Worte sprach, zu der „ungewöhnlich kraftvollen Malerei aus dem Prozess heraus“. Sie ist bis Sonntag, 1. Juni, in der Galerie Müllers zu sehen.

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erstellt am 05.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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