Verunglücktes Fahrzeug : "Big Float" soll den Bagger bergen

Absperrung: Wegen der Unvernunft vieler Schaulustiger musste die Zufahrtsstraße gesperrt werden.
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Absperrung: Wegen der Unvernunft vieler Schaulustiger musste die Zufahrtsstraße gesperrt werden.

Spezialfahrzeug aus Hamburg wird als Ersatz für den Schwimmbagger aus den Niederlanden eingesetzt. Vorbereitungen laufen.

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10. Januar 2013, 09:20 Uhr

CHRISTIANSHOLM | Das neue Konzept zur Bergung des verunglückten Moorbaggers in Christiansholm scheint zu funktionieren, erste Fortschritte sind bereits sichtbar. Mit professioneller Unterstützung eines niederländischen Mitarbeiters der Firma Gebrüder Olieman aus Reeuwijk wurden rund um den versunkenen Bagger Spundwände gesetzt und diese mit Eisenträgern verstärkt, da der Moorboden von allen Seiten nachdrückt.

"Beim Instandsetzen des Baggers muss die Sicherheit in der Grube gewährleistet sein, deshalb verstärken wir die Wände mit den Trägern", erklärte Günther Andersson, Mitarbeiter im Lohnunternehmen Thies Buhmann, das weitere Vorgehen. Heute soll die verunglückte Maschine soweit frei gelegt sein, dass ein Schlosser versuchen kann, den Bagger wieder in Gang zu setzen. Dass dieser die Maschine wieder zum Laufen bekommt, davon ist Thies Buhmann überzeugt: "Es gab Fälle, wo Bagger 20 Jahre im Moor lagen und trotzdem wieder in Betrieb genommen werden konnten." Sein Fahrzeug stammt aus dem Baujahr 1994 und sei technisch nicht so anfällig wie neuere Modelle mit empfindlicher Elektronik. Für das weitere Vorgehen sei es wichtig, den Bagger zum Laufen zu bekommen, damit er beim Herausziehen über die angelegte schiefe Ebene aktiv mithelfen kann, indem er sich zum Beispiel mit dem Ausleger aus der Grube herausdrückt.

Der für die Bergung angeforderte Schwimmbagger wird jetzt nach Aussage von Thies Buhmann aus Hamburg und nicht mehr aus den Niederlanden kommen. "Der niederländische Schwimmbagger wird noch bei einem anderen Einsatz gebraucht", so Buhmann. Um aber nicht noch mehr Zeit zu verlieren, habe er die Möglichkeit erhalten, auf einen kurzfristig frei gewordenen "Big Float" mit einem zwölf Meter Ausleger aus Hamburg zurückgreifen, der dem selben Fabrikat wie dem aus den Niederlanden entspricht. Wann der an der Unglücksstelle eintrifft, ist allerdings noch ungewiss. Denn auch für dieses Fahrzeug bedarf es einer Transportgenehmigung, die aber von der Schwimmbaggerfirma per Eilantrag bei den Behörden gestellt wurde. Mit Hilfe dieser Maschine und einer Seilwinde soll dann endlich der Befreiungsschlag gelingen.

Der Unglücksbagger liegt in vier Metern Tiefe auf einer festen Sandschicht auf und kann daher nicht weiter sinken. "Genau genommen ist er in den letzten Tagen auch nicht gesunken, der Moorboden um das Führerhaus hat sich gehoben", so Günther Andersson.

Notwendig wurde die weiträumige Sperrung der Zufahrtstraße durch das Unternehmen, die in Abstimmung mit der Gemeinde Christiansholm erfolgte. Trotz wiederholter Aufforderung, die Arbeiten nicht zu behindern, versperrten Schaulustige mit ihren Autos die Zufahrt, fuhren sich in den aufgeweichten Banketten fest und behinderten nicht nur die Anlieferung von weiterem Material, auch Rettungswagen hätten im Notfall nicht passieren können.

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