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Sum Sum : Bienen-Alarm am Stadtsee: Kein Grund zur Panik

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein wilder Insektenschwarm sorgte gestern für Unruhe. Hobby-Imker gibt Tipps und bittet um Verständnis für die summenden Tiere.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Die Spaziergänger staunten nicht schlecht, einige machten aus Angst lieber gleich einen großen Bogen: Eine bedrohlich wirkende, schwarze Wolke aus vielen kleinen Punkten zog gestern gegen 10 Uhr zwischen den Bäumen am Stadtsee ihre Kreise. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Phänomen als ein Bienenvolk, das dem Stadtpark einen Besuch abstattete. Das von einer Passantin alarmierte Ordnungsamt musste gar nichts unternehmen: Die umtriebigen Tierchen zogen von ganz allein weiter. „Falls nicht, hätten wir den Weg abgesperrt und Kontakt mit einem Imker aufgenommen, der es eingefangen und an anderer Stelle wieder ausgesetzt hätte“, sagte Alexander Gleser, stellvertretender Fachdienstleiter Ordnung und Verkehr.

Beim Einfangen hätte Hobby-Imker Horst Losigkeit behilflich sein können. Seit zehn Jahren hat sich der Hausmeister des Gymnasiums Kronwerk der Imkerei verschrieben. Alle, die Angst vor den Tieren gehabt haben, kann er beruhigen: „Bienen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Deswegen soll man nicht nach den Tieren schlagen.“ Zudem solle man nicht zu nah an Bienenstöcke und Wespennester herantreten. Zum Schutz der Heimat und ihrer Königin legen die Insekten dann aggressives Verhalten an den Tag. „Bienen stechen eigentlich nicht“, erklärt der Imker weiter. Sie sterben nach dem Stich, weil sie sich dabei den Hinterleib aufreißen. Bei Wespen verhält es sich anders. Sie können mehrmals stechen, da ihr Stachel fester ist.

Sollten die Insekten doch einmal kräftig pieksen, empfiehlt Losigkeit, sich in der Apotheke eine Creme gegen die Schwellung zu besorgen. Anders sieht es bei einem allergischen Schock aus. „Spürt man ein Jucken im Hals und hat Schluckbeschwerden, muss man sofort zum Arzt“, weiß Losigkeit. Andernfalls droht ein Zuschwellen der Atemwege. Außerdem rät der Fachmann, keine offenen Dosen oder Flaschen unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Zum einen könne man eventuell ein Insekt verschlucken, zum anderen locke der Duft die Tiere an. Wenn eine Biene oder Wespe sich doch einmal bei einem Getränk oder Lebensmittel niedergelassen hat, sollte es verschlossen oder weggestellt werden. „Sonst kommen danach garantiert noch mehr“, sagt Losigkeit. „Wenn die Insekten eine Futterquelle gefunden haben, geben sie diese Information weiter.“

Losigkeit wirbt für mehr Verständnis für die Tiere, die Natur und für seinen Berufsstand. Bienen leisten schließlich durch das Bestäuben der Pflanzen ihren Beitrag zum Fortbestand der Pflanzen. „In Amerika bekommen die Imker Geld dafür, dass ihre Tiere die Pflanzen bestäuben. Der Honig ist dort nur ein Nebenprodukt.“ In Deutschland müsse man teilweise betteln, um seine Bienenstöcke aufstellen zu dürfen.

 

 

 

 

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