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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 16:44 Uhr

Bibel für die Generation Internet

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bibelgesellschaft entwickelte eine App

von
erstellt am 02.Apr.2015 | 17:07 Uhr

Die Deutsche Bibelgesellschaft ist über 200 Jahre alt, hat seit einiger Zeit mit Christoph Rösel einen neuen Generalsekretär. Im Gespräch erläutert der 50-Jährige, wie seine Organisation das uralte Buch der Bücher der Generation Internet näher bringt.

Warum sollte ein aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts die Bibel lesen?

Weil dieses Buch über Jahrtausende hinweg Menschen geholfen hat, ihr Leben zu verstehen und für ihr Leben eine Perspektive zu finden. Außerdem: Literatur, Bildende Kunst, Musik im europäischen Raum erschließen sich ohne Bibelkenntnisse nicht.

Die Deutsche Bibelgesellschaft verkauft Jahr für Jahr 150  000 Lutherbibeln, gleichzeitig schwindet das Bibelwissen. Ist die Heilige Schrift ein ungelesener Bestseller?

Die Gefahr war vor 30, 40 Jahren größer, weil mehr Bibeln zu Anlässen wie Hochzeit und Konfirmation verschenkt und hinterher vielleicht nie angeschaut wurden. Diese Selbstverständlichkeit, Bibeln zu verschenken, gibt es nicht mehr. Wir gehen davon aus, dass heute jemand, der eine Bibel kauft oder bekommt, interessierter an den Inhalten ist.

Gleichzeitig heißt es, in 25 Prozent der deutschen Haushalte gebe es keine Bibel. Wirtschaftlich gesprochen: Von „Marktsättigung“ kann da noch keine Rede sein.

Deshalb bemühen wir uns auch, nicht nur denjenigen eine Bibel zu verkaufen, die schon eine haben. Wir wollen die Bibeldistanzierten erreichen. Darum entwickeln wir auch neue Formen, etwa die Basisbibel, die treu zum überlieferten Text und gleichzeitig modern in der Sprache ist.

Wie aber erreichen Sie letztlich die Bibeldistanzierten?

Wir entwickeln darüber hinaus besondere Angebote, die die Bibel in den Blickpunkt rücken. So wird es zum Jahr „Bild und Bibel“, das am 31.

Oktober beginnt, ein kleines Programm geben, das auf Internetseiten an jedem Tag ein anderes Bild aus der Kunst und den dazugehörigen Bibeltext präsentiert.

Wie aber wollen Sie die Generation YouTube erreichen?

Auf Facebook haben wir eine sehr aktive Seite der Basisbibel, der schon über 6000 Menschen folgen. Damit ist die Bibel selbstverständlicher Inhalt der Kommunikation in den sozialen Netzen. Welche Dimensionen das erreichen kann, zeigt der Weltverband der Bibelgesellschaften mit der Seite „Digital Bible“. Sie hat weltweit 9,4 Millionen Fans. Auf Youtube sind wir mit einem kleineren Angebot vertreten. Und wir haben Apps entwickelt, damit sich die Bibelangebote auch unterwegs auf dem Smartphone nutzen lassen.

Die Bibelgesellschaft bringt auch Spezialbibeln heraus, etwa im vergangenen Sommer eine Sportlerbibel mit Glaubenszeugnissen von Promi-Sportlern. Braucht man den Promi-Faktor, um die Bibel wieder interessant zu machen?

Das schafft für manche Menschen einen leichteren Zugang. Sie sehen an Prominenten, wie der Glaube und wie die Bibel im Leben Gestalt gewinnt. Die Glaubenszeugnisse übernehmen sozusagen eine Brückenfunktion.

Momentan steht eine neue Überarbeitung der Lutherbibel an. Die letzte war fürs Neue Testament 1984, fürs Alte Testament sogar 1964. Steht da wieder Krach ins Haus?

Das ist nicht zu erwarten. Bei der Durchsicht geht es nicht darum, Luthers Sprache zu modernisieren. Sondern es geht vor allem darum, die Erkenntnisse der Bibelwissenschaft der vergangenen Jahrzehnte zu berücksichtigen. Seitdem hat es weitere wichtige Manuskriptfunde gegeben.

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