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„Holsteiner Krabben“ : Biathlon-Fan-Club: Krabbenmütze als Erkennungszeichen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der einziger Biathlon Fan-Club in Norddeutschland feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Die Mitglieder erinnern sich dabei, wie sich Biathlon vom Randsport zum Massensport entwickelt hat.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Schnell schenkt Gabi Kißmann noch der Reihe nach den klaren Obstler ein. „Das bringt Glück“, ist sie sich sicher. Gemeinsam mit einigen Freunden wird die Mixed-Staffel im Biathlon geschaut. Das Hochprozentige wird getrunken, sobald ein Deutscher Sportler am Schießstand steht. Bereits seit 15 Jahren besteht der einzige Biathlon Fan-Club in Norddeutschland – die Holsteiner Krabben.

„Wie wir auf die Idee oder auf den Namen gekommen sind, weiß ich schon gar nicht mehr“, lacht Andreas Kißmann. Es musste aber was sein, was typisch norddeutsch ist, so der Präsident des Clubs. „Da passten die Krabben natürlich.“ Gegründet wurde der Verein am 1. November 2000. Seitdem dient die Krabbe als Erkennungszeichen. Gemeinsam mit Jürgen Knuth, Dieter Wott, Doris und Bernd Beyer, Leni Babbe und Gastgeber-Sohn Thore Kißmann haben sich die Biathlon-Fans am Wochenende zusammengetan. Vorm Start des Staffelrennens wird gemeinsam in Erinnerung geschwelgt. Etliche Ordner erinnern an vergangene Ausflüge. „Damals war das noch eine Randsportart“, berichtet Dieter Wott, „da waren vielleicht 200 Leute da. Die Flaggen konnte man zählen.“ Und heute? „Jetzt sind’s um die 30.000 Zuschauer. Die Entwicklung ist enorm.“

Ob in Norwegen, Schweden, Kanada, Italien, Slowenien – die Mitglieder im Fan-Club sind schon weit gereist. An eine Tour erinnern sie sich aber besonders gern. „An die Fahrt 2004 nach Beitostølen in Norwegen. Da sind wir mit zwei VW Bussen hingefahren. Die Stimmung war sensationell“, erinnert sich Leni Babbe. „Die Fahrzeuge waren bis oben hin mit Lebensmitteln gefüllt. Wir haben alles mitgenommen – vom Frühstück über das Abendbrot bis hin zu Snacks für Zwischendurch. Auch Holz hatten wir mit. Wir haben an alles gedacht“, berichtet Gabi Kißmann. In Beitostølen bewohnten die acht mitgereisten Norddeutschen ein Hütte. „Da kam der Sven Fischer noch vorbei“, berichten die Fans stolz. Heute sei das aber nicht mehr möglich. An die deutschen Sportler käme man nur noch selten ran. „Mittlerweile ist das eine Geldquelle geworden. Die Sportler werden abgeschirmt, die Ticketpreise und Souvenirs sowie Getränke und Essen unfassbar teuer“, erklären die Krabben. Deshalb seien die Touren heutzutage auch nicht mehr so häufig und weit entfernt.

Über 18 Mitglieder freut sich der Biathlon Fan-Club derzeit. Der Kern sitzt dabei um Nortorf herum. „Aber auch in Trittau haben wir Mitglieder. Die haben wir mal in Oslo kennen gelernt“, berichtet Andreas Kißmann. Unterstützt werden zwar primär die deutschen Athleten, aber auch andere Nationen seien den Krabben sympathisch. Statt wie die „Großen“ feuert der zwölfjährige Thore Kißmann beim Rennen im tschechischen Nove Mesto vor allem die Norweger an. Mit Leibchen, Mütze und Fahne sitzt der Junge gespannt vorm Fernseher und drückt die Daumen. „Unsere Söhne Niklas und Thore haben den Sport von Anfang an mitbekommen. Die waren von klein auf stets mit dabei“, erklärt Mutter Gabi Kißmann. Warum der Jüngste nun aber ausgerechnet den Norwegern mehr die Daumen drückt als den Deutschen könne sie sich auch nicht erklären. „Thore wollte sogar mal nach Norwegen ziehen und Biathlon-Profi werden“, lacht Gabi Kißmann, „hier ist das ja irgendwie nicht möglich.“ „Aber ich spiel ja auch Fußball“, gibt sich der Sprössling mit den nicht vorhandenen Gegebenheiten in Emkendorf zufrieden.

Die nächste Tour der Holsteiner Krabben steht erst wieder im Dezember an. Am liebsten würden die Mitglieder nochmal nach Finnland. Einige Ecken hätten sie dort noch nicht abgeklappert. Bis dahin sei zwar noch lange Zeit, aber langweilig wird es den Wintersportbegeisterten bis dahin nicht. „Wir schauen auch Sommer-Biathlon oder Bike-Rennen. Wir haben also immer was zu tun“, berichtet Andreas Kißmann. Auch über neue Biathlon-Fans freut man sich: „Bei uns ist jeder willkommen.“

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